Ich habe schnell gemerkt, dass ich als Lehramtsstudentin eine Exotin war. Sehr viele, sehr nette deutsche Jurastudenten gab es massig aber die Zahl für Lehramt blieb auch nach einem halben Jahr bei 3 stehen. Nichtsdestotrotz hatte ich sehr gute Kurse und ausgezeichnete Betreuung. Die Kursgrößen in Englisch hielten sich bei 5-8 und in Latein war ich meist die Einzige. Privatunterricht mit dem Head of Dept. war allerdings gar nicht so unvorteilhaft.
In Englisch hatte ich ein Poetry Seminar und ein Seminar in Linguistik im Postgrad Bereich, der dem Hauptstudium nach der LPO I entspricht. Durch die geringere Anzahl an Kursteilnehmern muss man natürlich jede Stunde gut vorbereitet sein, allerdings ist die Atmosphäre viel freundschaftlicher und Cafe Besuche oder, dass jemand Gebäck mitbringt, war nicht unüblich. Im Grunde war der Ablauf ganz wie in Deutschland.
In Latein war ich für eine Unseen Translation und einen Research Essay eingeschrieben. Die Übersetzung bestand darin, einen unbekannten Text eines vorgegebenen Autors ohne Wörterbuch vom Lateinischen ins Englische zu übersetzen. In der Theorie war der Research Essay ein eigener Kurs, dessen einziger Zweck war während des Semesters unter Betreuung eines Dozenten eine Arbeit zu verfassen. Allerdings hatte mein Dozent die glorreiche Idee mich noch in eine Vorlesung zu stecken, die den Autor behandelte.
Planung & Organisation:
Angeraten wird etwa 1 Jahr vorher mit der Planung anzufangen. Das hat seine Gründe (Stipendien, Uniwahl, Visa, Sprachzertifikat etc) Meiner Ansicht nach ist es ratsam, sich frühzeitig wegen Flügen und dem Sprachzertifikat zu informieren, da die Flüge teuer sind und beim TOEFL lange Vorlaufzeiten herrschen. Im Nachhinein würde ich meinen Flug unbedingt bei STA Travel buchen, da diese Vergünstigungen für Studenten mit internat. Studentenausweis (ISIC card) anbieten und es in Auckland – u.a. in der Uni – einige STA Travel Agencies gibt, falls man den Flug umbuchen möchte. Ich bin mit Qantas geflogen, was auch sehr angenehm war.Bei mir hat sich alles etwa 6 Monate vor dem Studienbeginn in NZ konkretisiert, da für mich, aufgrund meiner Fächerverbindung, nur 2 Universitäten zur Wahl standen.
Ich muss auch gleich nachschieben, dass bei alles reibungslos gelaufen ist. An dieser Stelle ein großes Lob an das Institut Ranke-Heinemann!
Studium an der University of Auckland:
Die Uni liegt entlang der Symonds Street und ist sehr übersichtlich. Ich persönlich hatte keine Probleme mich zurecht zu finden. Der wohl größte Unterschied zum Unileben in Deutschland ist, dass man kontinuierlich Comments, und Assignments einreichen muss. Dafür sind die Hausarbeiten nicht so lang, müssen dafür allerdings auch bis zum Ende des Semesters eingereicht sein... Es hat seine Gründe, warum man „nur“ 4 Kurse belegt! Kurse sind hier relativ klein (bis zu 10 Leuten) Die Größe von Seminaren und Vorlesungen ist natürlich immer abhängig vom Studiengang, tendenziell sind die Veranstaltungen jedoch kleiner als bei uns. Eine Mensa gibt es hier nicht, dafür einen Food Court, oder Quad, bei dem man Sushi, Döner, Nudeln, Reis etc in vielen verschiedenen Variationen vorfindet.
Leben in NZ
So anders als in Deutschland ist es hier nicht. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden.
Mietpreise liegen im City Centre für ein WG-Zimmer zwischen 160-250 NZD pro Woche. Ein- und Auszug geht in Auckland reibungslos. Die Kündigungsfrist beträgt in den meisten Fällen auch nur eine Woche, wodurch ständig Wohnungen/ Zimmer frei werden falls man mit der eigenen Unterkunft unzufrieden ist. Ich persönlich habe nicht in einem Studentenwohnheim gewohnt. Von der Lage zu Uni und Stadtzentrum kann ich allerdings 14 Whitaker Apartments, Park Rd und das International House empfehlen. Huia Residence liegt etwa 10 min weiter zu Fuß entfernt, und soll (laut Bewohnern) den Spitznahmen „Gefängnis“ tragen. Auf der anderen Seite (als Entschädigung?) habe ich dort auch von vielen Ausflügen und Parties gehört. UND die nettesten Leute, die ich kennen gelernt habe, haben dort gewohnt.
Ich habe mir einen Bank Account bei der ASB Bank eingerichtet, da dieser komplett kostenlos ist, im Gegensatz zur National Bank.
Als Handykarte haben die meisten eine Vodafone Prepaid Karte. Vorher kann man sich auch im Internet informieren (www.vodafone.co.nz); oft werden da die sim cards günstiger angeboten. Aufgepasst allerdings wenn ihr einen Vertrag in D habt. Dann kann es sein, dass euer Handy bei der neuen Karte streikt. Klärt das unbedingt ab, denn wenn am Anfang noch alles ganz neu ist und das Heimweh groß, muss man ja nicht unbedingt Probleme mit dem Handy haben...
Als Neuling in Neuseeland sind besonders Rugby Spiele (gegen Australien) ein Must-Do! Auch wenn man die Regeln nicht versteht ist es sowohl im Pub als auch im Stadion ein einmaliges Erlebnis! Dann erlebt man die Kiwis in ihrem Element!
Interessant ist auch die Weihnachtszeit in Neuseeland bzw. Auckland: Es ist für den ein oder anderen wahrscheinlich gewöhnungsbedürftig überlebensgroße Nikolausfiguren und Rentiere zu sehen und dabei in Shorts und T-Shirt herumzulaufen. Getoppt wird das dann durch „Christmas in the Park“ einem Konzert in der Domain von Auckland bei dem Weihnachtslieder gesungen werden und die Leute herum ein Picknick machen!
Reisen
Plane unbedingt mindestens 4 Wochen ein um dieses schöne Land einmal näher kennen zu lernen!!! Das Angebot an Mietwagen, Autos zum Verkauf und geführten Busreisen riesig ist. Ich persönlich habe mich für eine Busreise entschlossen und wurde nicht enttäuscht! Ich habe ganz, ganz viele nette Menschen aus aller Welt kennen gelernt, viel Spaß gehabt und nebenbei das Land erkundet.
Persönliche Tipps
• Auckland ist EXTREM HÜGELIG!!!! Wer keine gute Grundkondition hat, dem rate ich dringend, sich vorher etwas intensiver zu bewegen, sonst werden die ersten Tage möglicherweise sehr anstrengend.
• WINDIG! Am Meer eigentlich normal, aber hier stürmt es doch recht ordentlich (besonders im Winter und im Frühling). Falls du keine Windjacke besitzt oder hier kaufen möchtest (es gibt eine große Auswahl), rate ich dringend zu einem Schal und einer Mütze!
• In der Stadt gibt es einen FREE SHUTTLE BUS zum Supermarkt New World, der ein großes, umfangreiches Lebensmittelangebot hat
• ORIENTATION! Mir hat die orientation week sehr geholfen, erste Kontakte zu knöpfen und nützliche Tipps über Studium, Leben , Reisen (Autokauf) und Sich-Zurechtfinden gegeben.
Und zum Schluss noch VIEL SPAß in Neuseeland! Es wird einzigartig – versprochen!
Erfahrungsbericht - Martin Danker
Erfahrungsbericht zum Studium in Neuseeland
1. Bewerbung für das erziehungswissenschaftliche Studium
a) Bewerbungsmarathon für Pädagogen
Zwar wird das Bewerbungsverfahren an den Hochschulen ausgiebig und ausreichend auf der Ranke-Heinemann-Homepage beschrieben, allerdings habe ich als Pädagoge die Erfahrung gemacht, dass aufgrund einer geringen Nachfrage seitens deutscher Studenten in diesem Fachgebiet NACH dem abgeschlossenen ersten Staatsexamen noch an eine neuseeländische Hochschule zu gehen, das Bewerbungsverfahren sehr viel komplizierter und weniger routiniert abläuft, als dies in anderen Bereichen der Fall ist. Meine Freundin hat sich gleichzeitig mit mir auf ein LLM (Jura) beworben, und es war sehr einfach die erforderlichen Bedingungen nachzuvollziehen und zu erfüllen.
Einen Studienplatz an einer neuseeländischen Universität gibt es für Pädagogen dagegen im Prinzip (fast) nur, wenn die Bewerber bereits über einen nicht unerheblichen Anteil an Praxiserfahrungen verfügen. Hierin zeigt sich eindeutig der Nachteil des deutschen Studiensystems: Die wenigen Praktika erfüllen diesen Zweck niemals. In Neuseeland ist es dagegen so, dass die Ausbildung zuerst ein paar Jahre Mindeststudium umfasst, danach wird gearbeitet - also unterrichtet - und erst nach einigen Jahren Berufserfahrung kommt das Aufbaustudium. Mit diesem erzielt man einen Master o.ä., was einem die entsprechend besser bezahlten Jobs sichert. Das ist dann auch der Grund, weshalb es mit dem deutschen Staatsexamen schwierig ist, an den Unis in NZ genommen zu werden.
Darüber hinaus wissen die Neuseeländer mit dem sogenannten Staatsexamen kaum etwas anzufangen wissen. Für einige Studiengänge ist es darüber hinaus auch noch notwendig, eine Prüfung des Examens durch die NZQA (New Zealand Qualification Authority) vornehmen zu lassen. Das bedeutet natürlich mehr Aufwand, mehr Zeit, und auch mehr Kosten. Daher empfiehlt es sich, die Bewerbungsunterlagen der Unis (je mehr, desto größer die Chancen) so früh wie möglich und genauestens zu lesen, und dann zu schauen, ob die Studiengänge, in die man überhaupt reinkommt, für einen selbst akzeptabel sind.
Bei mir war das so. Ich kam in den Special Needs-Studiengang nicht rein (keine Praxis!), konnte mich dann aber in einen „Postgraduate Diploma in Education“-Studiengang einschreiben, wo ich Kurse belegen konnte, die mit meinen Fachrichtungen zu tun hatten, und zumindest teils informativ und ergiebig im Hinblick auf meine Ausbildung waren (eine weitere Zusage hatte ich nach vielem Hin und Her auch von Wellington erhalten - dort benötigt man für den Bachelor of Honors ebenfalls keine Praxiserfahrungen). Alles in allem habe ich die Erfahrung gemacht: Jede Uni hat eigene Regeln und Voraussetzungen, und diese zu durchschauen, ist alles andere als leicht.
b) Studiengebühren
Wenn man sich für das Studium entscheidet, dann spielen finanzielle Interessen eine wichtige Rolle. Auch im pädagogischen Bereich gilt hier wie bei allen anderen Studiengängen das Regierungsabkommen zwischen Deutschland und NZ, welches garantiert, dass deutsche Studenten mit einem abgeschlossenen Studium (in diesem Fall 1 Statatsexamen) zum Inländer-Tarif studieren dürfen, was fast ein Drittel der ansonsten anfallenden Gebühren bedeutet! Mich hat es inkl. Der Krankenversicherung 5,757 $NZ (= 3.037 €) gekostet. (Anmerkung Institut Ranke-Heinemann: dieses Regierungsabkommen wurde 2009 eingestellt. Deutsche zahlen nun die Gebühren für internationale Studierende und nicht mehr zum "Inländer-Tarif".)
2. Versicherung und Verträge
a) Noch in Deutschland: Versicherungen und Verträge fristgerecht kündigen:
Am besten ist es hier, wenn man sich rechtzeitig (3 Monate fristgerecht) eine Aufstellung macht, was man an Verträgen hat, sich informiert, welche davon kostenlos weiterlaufen (z.B. manche Handy-Verträge), und welche gekündigt werden sollten, um laufende Kosten zu vermeiden. Gilt z.B. auch fürs Konto. Die Krankenkasse zahlt man in NZ eh über die Uni, und die gilt auch für das ganze Jahr,welches man wahrscheinlich in NZ verweilt. Erst wenn man darüber hinaus noch reist, muss man andere Wege suchen, sich zu versichern.
b) In Neuseeland
b1) Krankenversicherung:
In NZ sollte man bei einem der Versicherungsbüros, die auf dem Campus angesiedelt sind, in Erfahrung bringen, wie lange die Versicherung läuft, da unterschiedliche Laufzeiten für die verschiedenen Studiengänge/-abschlüße gelten.
b2) Haftpflichtversicherung:
Ist über die Uni (bzw. die Gebühren) abgedeckt, und sehr hilfreich. Von gestohlenen Fahrrädern über was auch immer, das beschädigt oder gestohlen werden könnte.
b3) Autoversicherungen
Könnte sogar auch über die Haftpflicht mit abgedeckt sein, haben wir allerdings erst am Ende unseres Aufenthaltes entdeckt. Wir waren über die STATE versichert, denn beim Linksverkehr in NZ kann man nie wissen. Der AA (ADACvariante in NZ) scheint bei den Versicherungen am teuersten zu sein, jedoch sind dort die meisten Leute versichert, da der AA den besten Namen hat. State und VTNZ bieten günstigere Varianten. Kostet für ein Jahr insgesamt so viel wie in Deutschland ein einziger Monat!
3. Flug
Was beim Flug zu bedenken ist, ist sowohl die Flugzeit, als auch das Gepäck, welches man mitnehmen darf/möchte. Bei einem „around-the-world“-Ticket von Deutschland über USA auf dem Hinweg kann man 2 * 23 kg mitnehmen, direkt sind es 20 kg. Wenn man die 20 kg-Variante nimmt, wird man sich einige Sachen vor Ort kaufen müssen. Das „Warehouse“ bietet alles und auch ziemlich günstig, und die großen Warenhäuser und Outdoorausrüster machen auch oft genug einen Ausverkauf, so dass man sich eindecken kann. Über Studi-VZ kann man auch einige Studis kontaktieren, die noch in NZ sind, und ihren Haushalt auflösen.
4. Geld/ Konto
Ich würde es jedem, der nach NZ geht empfehlen, sich ein Konto bei der Deutschen Bank einzurichten, da die DB eine Kooperation mit der neuseeländischen Westpac-Bank hat. Daher ist es möglich in NZ an allen Westpac-Geldautomaten kostenlos Geld abzuheben. Die DB-Mitarbeiter sind darüber hinaus sehr kooperativ und bieten einem faire Konditionen an (war jedenfalls bei uns so), so dass wir für unsere Karten letzten Endes keine Gebühren entrichten mussten (was aber auch altersabhängig ist .... ). Vor Ort bieten die unterschiedlichen Banken einem oft einige Dollar Prämie an, wenn man bei ihnen ein Konto einrichtet. Es lohnt sich also auf jeden Fall ein Konto vor Ort einzurichten. Dafür benötigt man lediglich ein Visum und eine IRD- Tax Nummer.
5. IRD- Tax Nummer
Ist extrem leicht und umsonst bei der Post zu bekommen. Einfach mit dem Reisepass (inkl. Visum), der Mietadresse (sobald man eine hat) und dem Studi-Ausweis zur Post, Formular ausfüllen, fertig .....
6. Visum
Das Visum bekommt man immer, da Service und Hilsbereitschaft in NZ GROß geschrieben werden. Allerdings gibt es 3 Varianten:
a) Von Deutschland aus beantragen:
Wenn man die entsprechenden Unterlagen (siehe Link zur Botschaft auf der Ranke-Heinemann-Homepage, oder über die Internet-Seite der Botschaft direkt) im Voraus abschickt, braucht man sich vor Ort nicht in die langen Schlangen vor dem International Office anstellen. Dafür kostet es fast das doppelte.
b) Vor Ort beantragen:
Ist günstiger, dafür braucht man eine Meldeadresse (muss also schon ne Wohnung haben –Jugendherberge zählt nicht!), und muss einen ganz aktuellen (nicht älter als 7 Tage) Kontonachweis erbringen. Wenn man Online-Banking hat, erleichtert einem das die ganze Sache.
c) Für mehr als 12 Monate:
Habe ich nicht gemacht, von daher selbst informieren! Aber es wird ein medical check nötig, der teuer und langwierig ist, so dass es vielleicht Sinn macht, den schon vorher machen zu lassen.....
7. Wohnung
In NZ (zumindest in Auckland, aber wohl überall sonst auch) werden Wohnungen gehandelt wie auf dem Basar! Man zahlt und zieht ein und aus im Wochentakt. Flexibilität wird also groß geschrieben. In Auckland sind die meisten Wohnungen im CBD (Central Business District) zu haben. Dies hat Vor- und Nachteile: Es ist direkt bei der Uni, aber es gibt überall Baustellen und Verkehr. Ruhigere, nicht allzu abgelegene und auch etwas günstigere Stadtteile sind dagegen Ponsonby, Herne Bay, Parnell, Remuera oder Mount Eden. Dort gibt es nette Cafes, freundliche und entspannte Menschen und man kann dort sehr gut leben.
a) Studiwohnheime:
Ist von den persönlichen Vorlieben abhängig! Würde ich jedoch von abraten. Sind viel teurer! und sehr viel kleiner! als normale Appartments oder WG-Zimmer, und die Verträge sind so angelegt, dass man nicht kündigen kann, wenn man merkt, dass man es sonst besser haben könnte. Einziger Vorteil ist vielleicht, dass man direkt ein „social life“ vor der Tür hat, da viele Studenten direkt nebenan wohnen, und ebenfalls nicht viele Leute sonst kennen.
b) Private Appartments:
Werden auf NZ-Flatmates (den Account gibt’s´ an den Uni-Computern umsonst!) und Trademe täglich neu inseriert. Das gute alte Schwarze Brett, das man aus deutschen Unis kennt, nutzt eigentlich kaum jemand, bzw. die Sachen veralten einfach zu schnell fuer diese „Technologie“.
c) WG´s:
Ebenfalls über Trademe und Flatmates. Gute und günstige Möglichkeit Kiwis kennenzulernen.
8. Auto
a) Kaufen
Es gibt direkt in der Nähe der Upper Queenstreet (Hauptstrasse) den Backpackers Carmarkt. Einen weiteren Markt gibt´s in Ellerlie. Da gibt´s je nach Jahreszeit günstige Autos und Vans zu kaufen. Die wichtigsten Tipps zum nicht-übers-ohr gehauen werden stehen im Lonely Planet, und man sollte sie ausgiebig studieren. Vielleicht noch soviel dazu: Immer fragen, wieviele Besitzer das Auto insgesamt in seinem Leben hatte, und wie viele davon Backpacker waren: Je weniger, desto besser! Vor der Abreise von Papi nochmal erklären lassen, wie man den Ölstand checkt, und wieviel Profil ein „sicherer“ Reifen haben sollte. Dann noch den Rost über der Windschutzscheibe checken, und zuschlagen.Es loht sich wirklich, in NZ ein Auto zu haben!
b) Fahren
i. Linksverkehr
In Neuseeland gilt Linksverkehr, mit den umgekehrten Regeln. Einzig merkwürdig ist, das die Rechts-vor-Links-Regel trotzdem gilt. Aber auch das ist kein Problem. Man gewöhnt sich ziemlich schnell dran, und eigentlich fahren die Neuseeländer ziemlich rücksichtsvoll.
ii. Führerschein
In Neuseeland benötigt man den internationalen Führerschein. So steht es zumindest in allen offiziellen Dokumenten. Wir hatten ihn und daher kam es nie dazu, dass wir Automieten oder-fahren nur mit dem deutschen Führerschein versucht haben, es könnte aber auch ohne internationalen F. gehen. Leichter ist´s aber wahscheinlich mit diesem Dokument. Es dauert allerdings eine Weile bis man ihn hat, also rechtzeitig beantragen!
9. Kleidung
Zwiebelprinzip ist angesagt. Es wird im Winter (Juni – August) teilweise verdammt kalt, vor allem nachts und in den Wohnungen wegen ganz schlechter Isolierung. Am Besten nicht die allerneuesten Lieblingssachen mitnehmen, denn neuseeländische Waschmaschinen sind meist ziemlich gnadenlos!
Erfahrungsbericht - Christina Holthaus
Ein Semester an der University of Auckland – Erfahrungsbericht
Das wichtigste vorab: Meine sechs Monate in Neuseeland waren eine unvergessliche Erfahrung – ich kann nur jedem, der die Chance hat, zuraten, in dieses wunderschöne Land zu gehen. Hier nun mein Bericht mit ein paar hoffentlich nützlichen Infos:
Vorbereitung
Etwa eineinhalb Jahre vor dem geplanten Auslandssemester habe ich das Angebot genutzt, einen Beratungstermin beim Ranke-Heinemann Institut wahrzunehmen. Dies hat mir vor allem dabei geholfen, eine passende Universität zu finden und einen guten Zeitpunkt für das Semester in Neuseeland zu bestimmen.
Da ich anschließend zunächst in Spanien war, konnte ich mit den konkreten Vorbereitungen und dem Bewerbungsprozess erst ein knappes halbes Jahr vor Studienbeginn anfangen. Im Endeffekt hat alles gut geklappt, ich würde jedoch jedem empfehlen, wenn möglich doch etwas mehr Zeit einzuplanen. Vor allem durch den TOEFL-Test, für den zunächst ein Termin gebucht werden muss und dessen Ergebnisse ziemlich lange auf sich warten lassen, hat sich in meinem Fall alles so lange hingezogen, dass ich erst knapp 4 Wochen vor Abflug ein Studienplatzangebot erhalten habe.
Meinen Flug habe ich daher auch im Reisebüro gebucht – ist sicherlich nicht die billigste Alternative, aber ich konnte den Platz so zunächst reservieren und erst nach der Zusage fest buchen. Ich bin mit Thai Airways (Zwischenstopp in Bangkok) geflogen, die reine Flugzeit betrug um die 24 Stunden, insgesamt kam man auf mit dem Zwischenaufenthalt allerdings auf 30. Die Gewichtsgrenze für den Koffer liegt bei Thai bei 20kg - wer mehr Gepäck mitnehmen will, sollte über Amerika fliegen, da ist es soweit ich weiß möglich, 2 Gepäckstücke à 30 Kilo mitzunehmen.
Die meisten Sorgen haben mir ansonsten noch das Visum gemacht – 4-6 Wochen Bearbeitungszeit waren in meinem Fall ja nicht mehr möglich. Wem es ähnlich ergeht, würde ich raten, entweder direkt bei der Botschaft in Berlin anzurufen und anfragen, ob eine kurzfristige Bearbeitung möglich ist (den Umschlag dann auch noch mal mit „dringend“ beschriften – hat bei mir prima geklappt, ich hatte das Visum nach einer Woche) oder als Tourist einreisen und alles weitere dann vor Ort in Neuseeland klären, das ist genauso gut möglich.
Ankunft
Ich habe mich von Deutschland aus nicht um eine Wohnung gekümmert, sondern im Internet ein Hostel rausgesucht und dort zunächst nur ein Zimmer für die ersten 3 Nächte reserviert. So bein ich in der Lantana Lodge in Parnell (www.lantanalodge.co.nz) gelandet, die nichts besonderes, aber völlig in Ordnung war. Am Ende meines Aufenthalts war ich noch mal ein paar Tage in einem anderen Hostel in der Innenstadt, dem Kiwi Hotel and Hostel (http://www.kiwihotel.co.nz/), das kann ich auch empfehlen. Im Allgemeinen sind die Hostels in Auckland aber sowieso alle sehr ähnlich und für einige Tage allemal ausreichend.
Am Tag nach meiner Ankunft gab es in der Uni eine Einführungsveranstaltungen für diejenigen, die die Orientation Week verpasst haben. Da sich diese Woche mit Prüfungen an meiner Heimatuni überschnitten hatte, konnte ich leider nicht teilnehmen und so bekamen wir an diesem Tag noch einen kleinen Crash-Kurs. Die MitarbeiterInnen des International Office waren von Anfang an äußerst aufgeschlossen und hilfsbereit und haben uns an diesem Termin viele nützliche Infos zu Uni, Stadt, kulturellen Besonderheiten, Ausflügen usw. gegeben (dazu später mehr).
Ansonsten war ich in den ersten drei Tagen vor allem mit der Wohnungssuche beschäftigt. Die wohl nützlichste Interseite für die Wohnungssuche ist www.trademe.co.nz, das neuseeländische Pendant zu Ebay, bei dem aber auch eine Rubrik „Flatmates“ zu finden ist. Weiterhin kann man noch in Tageszeitungen (z.B. New Zealand Herald) suchen oder nach Aushängen Ausschau halten. Die meisten Zimmer, die man findet, sind in WGs. Es gibt zwar auch kleine Appartements und Zimmer in Studentenwohnheimen zu mieten, ersteres ist aber meist sehr teuer, von letzterem haben mir viele Leute abgeraten, da die Zimmer, die über die Uni vermittelt werden, wohl weder schön noch günstig sind. Für ein schönes WG-Zimmer sollte man – natürlich abhängig vom Stadtteil – so etwa $180-220 pro Woche einplanen. Im direkten Stadtzentrum zu wohnen hat natürlich seine Vorteile, mir hätte es auf die Dauer aber glaube ich keine Spaß gemacht – die Zimmer sind dort schon um einiges heruntergekommener, teurer und Autolärm bleibt natürlich auch nicht aus. Schöne und günstig gelegende Wohngegenden sind z.B. Parnell, Kingsland, Mt Eden und Ponsonby. Meine Wohnung lag in Mt Albert, was etwas abseits war, aber mit dem Bus dann auch nur 20 min vom Stadtzentrum. Gewohnt habe ich zusammen mit zwei Kiwis, was natürlich sehr praktisch war, um die neuseeländische Kultur hautnah zu erleben.
Die Uni
Die University of Auckland liegt direkt im Stadtzentrum. Sie besteht aus einem bunten Mix aus hässlichen alten Gebäuden und hochmodernen Neubauten – ich nehme an, dass nach und nach alles renoviert wird. Die Ausstattung der Seminarräume ist im Allgemeinen sehr modern, die Bibliothek ist ziemlich groß und im Hauptgebäude stehen zwei große Computerräume zur Verfügung. Eine Mensa, wie man sie von hier gewöhnt ist, gibt es nicht, dafür aber einen Foodcourt mit unterschiedlichsten Ständen, bei denen man alles von Fish’n’Chips über Indisch bis Sushi bekommt. Außerdem ist im Hauptgebäude ein kleiner Supermarkt, eine Post, ein Buchladen, eine Apotheke und die Arztpraxis integriert – hier kann man sich, wenn man sich über die Uni krankenversichern lässt, im Krankheitsfall kostenlos behandeln lassen.
Meine Seminare im Bereich Film, TV and Media Studies hatte ich natürlich schon bei der Bewerbung gewählt – es hat sich hinterher jedoch als hilfreich erwiesen, dass ich in der ersten Woche ein paar mehr Seminare probehalber besucht habe – so konnte ich hinterher noch wechseln. Grundsätzlich ist es auch möglich, Seminare aus verschiedenen Fakultäten zu wählen. Falls noch jemand Film, Tv and Media Studies studiert, kann ich Reality TV bei Amy sehr empfehlen!
Die Seminare finden immer in relativ kleinen Gruppen mit maximal 20-25 Studenten statt. Auch wenn man in einem Semester nur vier Seminare („paper“) belegt, ist man auf jeden Fall gut beschäftigt, da neben den zwei Hausarbeiten pro Fach (eine muss nach der Mid-Term break, die andere zur letzten Vorlesungswoche abgegeben werden) meist noch kleinere Hausaufgaben und kurzfristige Präsentationen gemacht werden müssen. Außerdem gab es in meinem Fall in jedem Paper einen dicken Reader, aus denen jeweils Texte zur Vorbereitung auf die folgende Stunde gelesen werden mussten.
Für die Freizeitgestaltung bietet die Uni ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten. Es gibt ein Fitnessstudio, in dem Sportarten wie Basketball oder Squash gespielt werden können und eine unzählige Clubs und Initiativen. Zu Beginn des Semesters stellen sich die einzelnen Clubs auf dem Campus mit kleinen Ständen vor – hier kann man am besten schauen, was einen anspricht, oder direkt mit Studenten aus den Clubs sprechen.
Außerdem wird vom International Office einiges angeboten. Einen Veranstaltungsplan bekommt man in der Orientation Week oder am Einführungstag. In dem Semester, als ich da war, gab es z.B. ein Picknick, einen Spieleabend, ein Winetasting, ein internationales Dinner, usw. Bei Ausflügen mit begrenzten Plätzen ist es immer ratsam, sich frühzeitig anzumelden! Empfehlenswert ist darüber hinaus noch, beim Host family dinner anzumelden – dabei wird man in kleine Gruppen eingeteilt (wir waren zu dritt) und dann einer neuseeländischen Familie zugewiesen, die Lust hat, ein paar internationale Studenten kennen zu lernen und dafür in ihre Wohnung zum Abendessen einlädt. Da man sonst meistens nur Studenten-WG zu sehen bekommt, war das eine super Gelegenheit, um mal echtes Kiwi-Familienleben mitzubekommen.
Auckland
Die Stadt Auckland hat 1,3 Millionen Einwohner und ist auf knapp 50 Vulkanen erbaut, von deren „Gipfel“ man häufig eine tolle Aussicht hat (besonders Mt Eden lohnt einen Aufstieg). Das Zentrum ist eigentlich typisch großstädtisch, der Rest der Stadt wirkt aber eher wie ein riesengroßer Vorort, jeder hat sein kleines Häuschen mit Garten und je Stadtteil ein eigenes kleines Zentrum. „Must Sees“ sind die Westcoast Strände (am bekanntesten ist wohl Piha – Voraussetzung ist jedoch, dass man sich ein Auto organisiert), der Skytower (am besten abends im Restaurant im Sky Tower essen gehen, unbedingt rechtzeitig einen Tisch reservieren!), der Hafen und das Museum of Auckland. Tagestouren mit der Fähre lohnen sich auf jeden Fall zu den Inseln Rangitoto und Waiheke Island.
Zum feiern geht man abends vor allem zum Viaduct Harbour und nach Ponsonby. Unbedingt empfehlenswert ist außerdem noch ein Abend im Classic Comedy Club auf der Queen Street – den haben wir leider viel zu spät entdeckt und uns geärgert, dass wir nur einmal hin konnten.
Der ÖVNP ist für eine Stadt mit 1,3 Mio Einwohnern eher dürftig – es gibt viel zu sehen und zu erleben, aber ohne Auto ist man schon oft eingeschränkt. Wir haben uns zum Ende des Semesters bei einem Autohändler ein Auto gekauft, da Neuseeland mit eigenem Auto einfach am besten zu bereisen ist. Verkauft haben wir es hinterher wieder in Auckland beim Backpackers’ Car Market (http://www.backpackerscarmarket.co.nz/), der eigentlich nur eine Tiefgarage ist, aber es Verkäufern ermöglicht, dort gegen Gebühr ihr Auto zum Verkauf anzubieten. Als Käufer zahlt man nichts an den Car Market und kann dort auch direkt eine Versicherung abschließen – allerdings sind die Preise oft überhöht, weshalb wir dort nichts gekauft haben.
Der Rest von Neuseeland
Auch wenn es sich in Auckland für ein Semester ganz gut leben lässt, fängt das „echte“ Neuseeland doch erst hinter den Bombay Hills an (bzw. in der anderen Richtung in Northland) – deshalb kann ich jedem nur raten, sich vor oder nach dem Semester noch genug Zeit zu nehmen, um das Land zu erkunden. Als Postgraduate hatte man in unserem Studiengang keine Klausuren, sondern lediglich Hausarbeiten, die wie schon erwähnt auch zu Vorlesungsende eingereicht werden mussten – was einiges an Stress zu Semesterende bedeutete, da mit dem letzten Vorlesungstag dann aber auch wirklich Ferien waren, hat man diesen Stress ganz gerne auf sich genommen. Als kleinere Ausflugziele zwischendurch bieten sich die Coromandel Halbinsel, die Waitomo Caves und die Gegend um Rotorua an (ev. noch Northland, doch da sollte man schon mindestens 4 Tage einplanen).
Nach Semesterende haben wir das Land eigentlich von oben bis unten etwas über 2 Monate lang bereist – und man mag es kaum glauben, aber am Ende wurde die Zeit tatsächlich knapp. Ich kann empfehlen, sich eine gute Regenjacke und Wanderschuhe zu besorgen… ach ja, und vielleicht einen Lonely Planet (kostenlose Reiseführer kann man sich außerdem unter http://www.jasons.com/ bestellen oder beim AA besorgen). Must-Sees aufzulisten würde den Rahmen hier wohl sprengen, davon wird man aber vor Ort schnell genug erfahren. Wer möchte, kann natürlich auch einen Abstecher nach Australien machen, wir haben zum Beispiel für die Midterm-Break einen günstigen Flug bekommen, andere haben sich einen günstigen Flug zu den Fiji-Inseln besorgt.
Zurück an der Heimatuni
Ich konnte mir von meinen vier Seminaren nur zwei anrechnen lassen, was allerdings an der hiesigen Prüfungsordnung liegt. Inhaltlich gab es ansonsten keine Probleme, da man den zuständigen Dozenten einen genauen Seminarplan und, wenn gewünscht, auch die Hausarbeiten vorlegen kann (bei Klausuren ist es wahrscheinlich noch unkomplizierter).
Fazit
Koffer packen und los :-)! Nutzt die Chance, Neuseeland ist ein tolles Land, die Kiwis sind wahnsinnig nette Menschen und wenn es auch am Anfang immer etwas anstrengend und chaotisch ist, sich in einer komplett anderen Kultur zurechtzufinden, macht man so viele Erfahrungen und erlebt so viel in kurzer Zeit, dass man möglichen Anfangsfrust ganz schnell wieder vergisst!
Erfahrungsbericht - Artur Fabisch
LL.M. Studium in Auckland, Neuseeland –just unforgettable
Mein LL.M Studium habe ich im Februar 2008 in Auckland, Neuseeland aufgenommen. Im Folgenden soll ein Überblick über ausschließlich diejenigen Tatsachen verschafft werden, die ich während meiner Vorbereitung in anderen Berichten vermisst habe.
Getting started.....
Letztendlich ist die Planung des Studiums viel einfacher, ale es erscheinen mag. Ich empfehle, sich an das Ranke-Heinemann Institut zu wenden. Die sehr freundlichen und kompetenten Damen weisen den richtigen Weg über alle erdenklichen Hürden. Liegt das Angebot der Uni vor, so braucht man noch ein Flugticket, das Visum lässt sich in Neuseeland besorgen, und so ziemlich alles andere auch, sodann kann es los gehen....
Flug
Auch hier ist die Seite des Instituts sehr hilfreich. Erwähnt aber sei, dass man sich vor dem Abflug unbedingt um eine Flugmeilen Karte (z.B. Miles & More für Lufthansa und Partner der Star Alliance) bemühen sollte -mit den gesammelten Meilen lässt sich durchaus ein netter Urlaubsflug finanzieren.
Reisegepäck
Fliegt man über die USA, so sind auf der gesamten Reise zwei Koffer (in meinem Falle à 25 kg) erlaubt, fliegt man hingegen von Deutschland aus Richtung Osten, so ist das Gepäck offiziell auf einen Koffer beschränkt.... ein wenig verrückt. Man sollte in diesem Falle jedoch die Airline kontaktieren und um eine Ausnahme ersuchen.
Visum
Ich habe mich um das Studentenvisum vor Ort gekümmert. Möchte man es so handhaben, so ist zu beachten, dass man bei Einreise einen Flug vorweisen muss, mit dem man Neuseeland innerhalb von drei Monaten, ab Einreisetag gerechnet, wieder verlässt. Die spätere Umbuchung dieses fiktiven Rückfluges ist üblicherweise mit einer Bearbeitungsgebühr verbunden. Das Visum kann sehr bequem auf dem Campus im „International Office“ beantragt werden. Vorteilhaft ist hier die äußerst günstige Visumgebühr, als auch die schnelle Bearbeitung. In jedem Falle muss man nachweisen, dass man über ausreichende Mittel verfügt um das Jahr in Neuseeland zu überstehen. Ein Einblick in das Onlinekonto genügte den Damen vom International Office hierfür vollkommen. Angemerkt sei, dass das Studentenvisum bei Degree Programmen die Aufnahme einer bezahlten Tätigkeit in einem Umfang von 20h/Woche während des Semesters und ohne jede Beschränkung in der Vorlesungsfreienzeit erlaubt.
Krankenversicherung
Ich habe mich für die relativ günstige Krankenversicherung der Universität entschieden. Die Uni selbst unterhält so genannte Health Centers (Praxen mit praktischen Ärzten und Zahnärzten). Im Krankheitsfalle ist die erste Untersuchung für internationale Studenten mit keinen (weiteren) Kosten verbunden. Der Versicherungsschutz beginnt mit Vertragsschluss, damit war die Reise nach Neuseeland, als auch die Rückreise inkl. Reisediebstahlschutz von der Versicherung umfasst. Zudem ist man auf allen Reisen innerhalb Neuseelands und des Südpazifikraums (Australien, Fiji, Tonga, etc.) krankenversichert. Bzgl. der genauen Versicherungsbedingungen, die möglicherweise geändert wurden, möchte ich auf die Homepage der Universität verweisen:
(http://www.auckland.ac.nz/uoa/for/currentstudents/internationalcommunity/prearrival/insurance.cfm).
Aufbau des Studiums
Das LL.M. Studium in Auckland kann auf drei unterschiedliche Weisen absolviert werden: by Coursework, Major Thesis oder Minor Thesis. Jeder dieser Möglichkeiten bietet ihre Vorteile. Eine (Minor) Thesis Arbeit kann eine hervorragende Vorbereitung auf eine Dissertation sein; im Coursework Verfahren darf man in vier Kursen aktiv mitarbeiten, die Minor Thesis Arbeit verbindet beide dieser Möglichkeiten. Sollte man sich für die Minor Thesis Variante entscheiden, so ist zu beachten, dass akademische Empfehlungsschreiben vorzulegen sind, entgegen Angaben auf der nicht aktuellen Homepage der Faculty of Law.
Anforderungen
Allgemein gesprochen sind die Anforderungen recht hoch. Man sollte die englische Sprache gut beherrschen, anderenfalls gestaltet sich die zu 20% bewertete mündliche Mitarbeit recht schwierig. Auch das Verfassen der Research Papers erfordert überdurchschnittliche Kenntnisse. Es empfiehlt sich sehr im Vorfeld mit dem Common Law zu befassen.
Entscheidet man sich für die Coursework Variante, so sind vier Kurse zu absolvieren, in jedem der Kurse ist ein Research Paper von 15.000 Wörtern (+/- 20 %) zu verfassen, auch die mündliche Mitarbeit wird bewertet. Ein Intensive Course dauert fünf Tage, der Unterricht beginnt gegen 9.00 Uhr und erstreckt sich über ca. 7h inkl. Pausen. Im Vorfeld stellen die Dozenten Skripte zur Verfügung. Hier findet man die wichtigsten Entscheidungen, als auch zahlreiche Aufsätze. Die mit dem Verfassen der Research Paper verbundene Arbeit sollte man nicht unterschätzen: man bewegt sich auf neuem und gebietsweise gänzlich anders geregeltem Rechtsterrain. Wer eine gewisse Zeitvorgabe sucht, dem sei gesagt, dass einige Kommilitonen nicht mehr als zwei Seiten pro Tag verfasst haben.
Die mündliche Mitarbeit wird meist über eine Präsentation bewertet. Leider funktionierte die Kommunikation in meinen Kursen nicht sonderlich gut. So kam es, dass manche in einem der Kurse ca. 3 Tage, bei einem anderen lediglich wenige Stunden vor ihrer Präsentation von dieser erfuhren.
Das Lehrpersonal
Alle Dozenten, die ich kennenlernen durfte, waren ausgezeichnet. Insbesondere zu erwähnen seien Prof. Michael Bridge und Prof. Brown. Der letztere bietet eine Veranstaltung mit dem Titel „English for Starters“ an. Sie richtet sich an Studienanfänger, vornehmlich aus dem Südpazifikraum. Erläutert werden hier Grundzüge des Common Laws, zudem bekommen alle Studenten Gelegenheit aktiv mitzuarbeiten, als auch schriftliche Arbeiten einzureichen. Diese Veranstaltung bietet die Möglichkeit, in einer sehr entspannten Runde, auf eine sehr unterhaltsame Weise das Rechtsenglisch aufzupolieren. Ich kann sie wärmstens empfehlen, denn ausschließlich hier wird ein umfassender Überblick über das Common Law vermittelt - im Gegensatz zu den sehr speziellen LL.M.- Kursen.
Die Ressourcen der Universität
Die Bibliothek der University of Auckland ist äußerst gut ausgestattet. Was englischsprachige Fachliteratur angeht bleiben keine Wünsche offen. Zudem findet man auch etliche Bücher, die sich mit deutschem Recht befassen. Man mag es kaum glauben, sogar der Palandt in der neuesten Ausgabe befindet sich in der universitären Sammlung. Mühsam ist die Suche nach Büchern, insbesondere zu Anfang, wenn man nicht weiss für welches der hundert Angezeigten man sich entscheiden sollte. Hier helfen Professoren oder Kiwi-Kommilitonen mit Empfehlungen weiter. Findet man das gesuchte Buch nicht über den Katalog der UoA Bibliothek, so ist es äußerst hilfreich den Interlibrary Loan (VDX) zu nutzen. Diese Suchmaschine ist sicherlich die bessere was Bücher angeht, dem Suchergebnis kann man entnehmen ob die UoA das Buch hält, und gegebenenfalls wo man es findet. Sollte das Buch in der UB nicht erhältlich sein, so kann man es hierüber fernleihen. Zudem stehen sämtliche online Suchdienste (als Beispiele seien genannt LexisNexis und WestLaw. Die Bibliothek bietet Schulungen zur effizienten Suche mit diesen Maschinen an) zur kostenfreien Verfügung, als auch zahlreiche online Wissensdatenbanken mit einer Vielfalt an guten Aufsätzen.
Kosten der Wohnung
Ich habe mich, nach einer langen Suche, für ein Wohnheim der Universität entschieden (Student Flats on 41 Park Road). Auckland ist, was die Lebenshaltung angeht, leider recht teuer. So zahlte ich 190 NZ$ pro Woche. Mein Zimmer hatte ca. 25 qm, und ein eigenes Badezimmer. Wer sich für dieses Wohnheim entscheidet, sollte beachten, dass die Parkroad bis ca. 2010 lautstark umgebaut wird. Würde ich mit meinem jetzigen Wissen eine Wohnung suchen, so würde ich wahrscheinlich nach Devenport, oder Northshore ziehen (wollen). Wer Party mag ist in Ponsonby bestens aufgehoben, wer sich für die schönsten Landschaften entscheidet ,wird auf der Waiheke Island sehr glücklich werden. Allgemein lässt sich sagen, dass es, je weiter man von Hauptstrassen entfernt wohnt, umso schöner ist, und die Wohngegend selbstverständlich ruhiger wird. Wer sein neues Zuhause von Deutschland aus suchen (der Immobilienmarkt in Auckland wird von Baarfoot and Thompson beherrscht (http://www.barfoot.co.nz). Über deren HP kann man sich einen allgemeinen Überblick über angebotene Wohnungen verschaffen) oder es sich anschauen möchte, dem ist die Streetview von google maps sehr zu empfehlen.
Lebensmittel und Verpflegung
Vor wenigen Minuten war ich das erste mal nach meiner Rückkehr aus Auckland hier in (West-)Deutschland einkaufen. Ohne übertreiben zu wollen kann man sagen, dass Lebensmittel in Neuseeland etwa 2x so teuer sind wie bei uns. Einige Beispiele: Tomaten 10,00 NZ$, Twix 2,50 NZ$, Brot ca. 5,00 NZ$. Für ein kleines Bier in der Kneipe zahlt man ca. 7 NZ$. Kauft man bei „Foodtown“ (Foodtown ist ein sehr gut sortiertes Lebensmittelgeschäft, mit der Möglichkeit online einzukaufen. Foodtown Stores sind in Auckland weit verbreitet) ein, so sollte man sich dort die „OneCard“ (entsprechende Antragsformulare liegen im Eingangsbereich zu Foodtown aus) besorgen, damit können angepriesenen Angebote wahrgenommen werden. Viel günstiger, qualitativ leider nicht so gut, ist die Kette „Pack & Save“. Zudem findet man in Auckland an jeder Ecke sg. „Convinient Stores“, die so ziemlich alles anbieten, leider aber sehr teuer.
Eine Mensa wie man sie von deutschen Universitäten kennt gibt es in Auckland nicht. Weit verbreitet sind aber so genannte. Foodcourts. Einen solchen findet man im Herzen der Universität an der Alfredstreet, und in jedem größerem Einkaufszentrum. Hier bezahlt man für eine schmackhafte Mahlzeit um die 10 NZ$.
Bankkonto, Kreditkarten
Neuseeland ist auf bargeldlose Zahlung bestens vorbereitet, sogar ausgelegt. EftPost Karten (Eftpost Karten entsprechen den hiesigen EC Karten) werden überall akzeptiert, Kreditkarten in allen größeren Geschäften. Ein neuseeländisches Bankkonto kann ich wärmstens empfehlen – es macht vieles einfacher. Als internationaler Student bezahlt man für diesen Dienst ca. 1 NZ$ pro Monat, manche Banken erheben keine Gebühren.
Die Deutsche Kredit Bank bietet ein Girokonto an, bei dem die Kreditkarte inbegriffen ist. Mit dieser kann man im Ausland kostenfrei Bargeld abheben. Dies ist m.E. die günstigste Art um an Bargeld heranzukommen. Im Gegensatz hierzu macht das Wechseln in einer der Wechselstuben, bei einem bis zu 15 % schlechterem Wechselkurs wenig Sinn.
Leben in Auckland
Auckland ist eine Stadt, die sich durch Einwanderung, insbesondere aus dem asiatischen Raum, auszeichnet. Es ist eine hügelige Großstadt, die äußerst gut liegt, wolle man Neuseeland kennen lernen. Der internationale Flughafen befindet sich ca. 20 km vom Stadtzentrum, von hier aus kommt man erstaunlich günstig auf die Südinsel, als auch zu den wunderschönen Inseln des Südpazifiks wie Fiji, Tonga etc. Bis Coromandel ist man ca. 3 Stunden lang unterwegs, die wunderschöne Insel Waiheke erreicht man mit der Fähre innerhalb von ca. 35 Minuten. Auckland ist am Tag laut und schnell, am Abend hingegen in jeder Beziehung sehr leise. Nicht-Aucklander behaupten, Auckland ist nicht Neuseeland, dies lässt sich in der Tat nicht leugnen.
Auto - Kaufen vs. Mieten
Braucht man ein Auto, wenn man in der grössten Stadt Neuseelands lebt ? Die Antwort auf diese Frage fällt mir recht leicht und lautet eindeutig - JA. Leider ist der öffentliche Nahverkehr nur brauchbar, solange man sich innerhalb der weitläufigen Stadt selbst bewegt. Möchte man die Stadt verlassen, so stehen nicht sonderlich viele Möglichkeiten zur Verfügung, und das Auto wird obligatorisch. Glücklicherweise sind gebrauchte Fahrzeuge in Neuseeland sehr günstig, der Gebrauchtwagenmarkt ist zudem äußerst lebendig, so dass es nicht sonderlich schwer sein sollte, den Wagen zum Ende des Studiums abzustossen. Natürlich kann man sich ein Fahrzeug mieten. Realistischerweise bezahlt man ca. 30 NZ$ pro Tag. Eine Anmietung für weiniger als drei Tage ist in Ausnahmefällen möglich. Mein persönlicher Tipp: insbesondere im Winter bieten viele rental firms fantastische Angebote an. So bekommt man von Budget ein Fahrzeug gänzlich for free, wenn man es z.B. von Wellington nach Auckland fährt. Hierfür hatten wir drei volle Tage.
Clubs und Bars
Immer wieder erstaunlich war für mich wie leer Bars und Clubs in Auckland sind – natürlich mit Ausnahmen. Ich kann mich erinnern, dass im Sommer, mitten auf der berüchtigten K-Road pünktlich um 23.00 eine der bekanntesten Bars „plötzlich“ schloss. Auslandserfahrene Kiwis haben meinen Eindruck bestätigt und damit erklärt, dass der typische Kiwi gerne zu Hause feiert. Zudem sorgt die Weitläufigkeit der Stadt dafür, dass viele die eigene Nachbarschaft nur selten verlassen.
Natur und Ausflüge
Wie bereits erwähnt liegt Auckland sehr günstig. Piha und andere wunderschönen Strände der Westküste sind innerhalb einer Stunde zu erreichen, noch schneller ist man auf der unbeschreiblich schönen Waiheke Island (siehe Bild). Ebenfalls nach Coromandel ist es nicht weit. Auckland als Stadt bietet zahlreiche wunderschöne Parks, hier sei die Domain in Grafton,7 als auch der Albert Park hervorgehoben. Natürlich gibt es auch einen Stadtstrand.
Sicherheit
„Wie sicher ist meine Gegend?“ - das ist sicherlich eine der ersten Fragen, die man sich nach der Ankunft in Auckland stellen sollte. Man sagte mir, dass Grafton (Grafton ist ein Stadtteil Aucklands) nachts nicht ungefährlich sei. Diesen Eindruck kann ich nicht bestätigen. Ich habe mich nie unsicher gefühlt. Anders soll es aber im Süden Aucklands (Flughafennähe) sein. In den letzten Monaten ist Kriminalität in dieser Gegend leider stark angestiegen.
LL.M. in Auckland – ein Rückblick
Mein LL.M Studium in Auckland war auf der einen Seite sehr interessant, die doch sehr langen Papers machten das Studium recht anstrengend. Ich persönlich habe innerhalb von ca. 7 Monaten (so lagen meine Kurse) ca. 200 Seiten verfasst, zu vier unterschiedlichen Themen, in einer mir bis dato nicht bekannten Jurisdiktion. Hinzukamen zwei Präsentationen die sehr kurzfristig angekündigt waren. Mein Jahr in Neuseeland war spektakulär, ich möchte es nicht missen !
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Erfahrungsbericht - Sabine Schinko
26 Stunden Flug – 12 Stunden Zeitverschiebung – Jetlag – ich bin in Neuseeland angekommen
Ans andere Ende der Welt – niemals haette ich gedacht, dass sich diese unglaubliche Erfahrung fuer mich erfuellen wird. Den Wunsch fuer ein Semester an der University of Auckland in Neuseeland zu studieren, erforderte eine lange Vorlaufzeit und eine intensive Organisation. Da meine Heimathochschule keinen Partnervetrag mit neuseelaendischen Universitaeten pflegt, unterstuetzte mich das Ranke-Heinemann Institut bei den Bewerbungsverfahren. Nach einem sogenannten „Official Letter“ im Februar, der mir einen Studienplatz an der University of Auckland bestaetigte, folgten weitere wichtige Schritte: Visum beantragen, Kurse aussuchen, Absprache der Kurse mit der Heimathochschule zwecks Anerkunng, Unterkunft in Auckland und letztendlich Flug buchen. Als ich aus dem Reisebuero trat und meine Flugtickets in der Hand hielt, konnte ich es immer noch nicht glauben, dass es fuer mich heisst am 13. Juli 2006 in Frankfurt ins Flugzeug zu steigen und ans andere Ende der Welt zu fliegen. Doch das Datum kam schneller als erwartet. Nach meinen abgelegten Pruefungen an der HDM in Stuttgart und einer schnelll organisierten Abschiedsparty sass ich dann nach vier Tagen schon im Zug auf dem Weg zum Flughafen. Der Abschied von meinen Freunden und meiner Familie fiel mir wahrlich nicht leicht, doch ich hatte mich entschieden, meinen Traum zu erfuellen.
Noch nie flog ich laenger als drei Stunden und nun sollte mein Flug um die Welt 26 Stunden dauern? Wirklich schlafen konnte ich nicht, da ich mir zuviel Gedanken machte wie wohl alles sein wird. Somit beschaeftigte ich mich mit Essen, Filme schauen und im Flugzeug auf und abgehen. Die Zwischenlandungen in Dubai und Melbourne taten wahrlich gut, obwohl ich durch die Zeitverschiebung nie richtig wusste wann mein Anschlussflug ging und ich die meiste Zeit damit beschaeftigt war die aktuelle Uhrzeit raus zu finden und meinen Check-in Schalter zu suchen. Nach zwei Tagen Flugzeit landete ich Nachmittags Ortszeit in meiner neuen Heimat. Der Jetlag war stark zu spueren, doch bis ich mein 20 kg Gepaeck durch die achtsamen Sicherheitskontrollen geschleust hatte, vergingen nochmal gut zwei Stunden. Endlich, ich habe den Ausgang erreicht und ich wurde von einem Mitarbeiter der University of Auckland abgeholt. Ich hatte Glueck und bekam eine Unterkunft in einem Studentenwohnheim. Dort angekommen wollte ich einfach nur noch schlafen und mich so schnell wie moeglich an die neue Zeit gewoehnen.
Meine sieben Mitbewohner waren alle sehr freundlich und haben mich schon am ersten Wochenende auf einen Ausflug mitgenommen, so dass ich einen ersten Eindruck von Auckland und Neuseeland bekommen sollte. Was mir als erstes auffiel, war dass alles so extrem gruen ist und das im Winter. Ja der Winter – am anderen Ende der Welt ist einiges anders. Von Juni bis August ist Winter. Zwar sinken die Temperaturen nicht wie bei uns unter null, doch im Gegensatz zum deutschen Sommer war es fuer mich eine grosse Umstellung mit Jacke und Schal gewappnet durch Auckland zu laufen. Ausserdem steht das Sternenbild auf dem Kopf, die Sonne wandert von West nach Ost und um fuenf Uhr abends ist es dunkel. Alles Dinge an die man sich erst gewoehnen musste.
An meinem ersten Unitag hatte ich mich immer noch nicht von meinem Jetlag erholt und ich fuehlte mich so als ob ich neben mir stehen wuerde. Doch am ersten Tag gab es viel zu tun: Vorlesungsraum suchen, Skripte kaufen, Bankkonto eroeffnen, Freunde suchen... Da die University of Auckland 30 000 Studenten unterrichtet und ein grosses Netzwerk fuer internationale Studenten anbietet, war es sehr leicht Kontakte zu knuepfen. Nach schon einer Woche konnte ich ganz gut dem Uniablauf folgen und nach zwei Wochen hatte ich auch meinen Jetlag ueberwunden. Das Unisystem in Neuseeland unterscheidet sich sehr von unserem deutschen Hochschulsystem, was aber nicht unbedingt heissen soll, dass es einfacher ist. Das Semester teilt sich in zweimal sechs Wochen Vorlesungsunterricht und einer „Mid-Semester-Break“ von zwei Wochen. Von der Universitaet wird sehr viel waehrend dem laufenden Semester verlangt. Nahezu jede Woche hatte ich ein „Essay“ (Semesterarbeit) mit einer bestimmten Woerteranzahl abzugeben, Kurztests zu schreiben und Tutorialberichte ab zu geben. Es klingt nach sehr viel Arbeit, und es war auch extrem aufwendig, vor allem zu Beginn war es fuer mich sehr schwer alles in Englisch zu verfassen. Doch dadurch dass die Universitaet Studiengebuehren verlangt, setzt die Uni die Gebuehren da ein wo sie noetig sind. Man wird sehr unterstuetzt durch spezielle Einrichtungen wie man ein Essay schreibt, wie man sich in der englischen Sprache verbessern kann und man hat Zugriff auf unendlich viele elektronische Datenbanken die einem die Referenzsuche fuer wissenschaftliche Arbeiten erleichtert. Die Professoren sind offen fuer Fragen und helfen einem persoenlich, entweder in der Sprechstunde oder schneller Rueckantwort per email. Man ist staendig am Arbeiten fuer die Uni, sodass das Reisen in Neuseeland fuer mich nur in den Semesterferien moeglich war. Es wird einem sehr schnell klar, dass ein Auslandsstudium kein Urlaubssemester ist!
Doch dann endlich kamen die ersehnten zwei Wochen Semesterpause und ich nutzte diese mit ein paar Freunden die Nordinsel zu erkunden. Neuseeland hat eine sehr vielfaeltige Landschaft. Wir konnten uns sehr guenstig ein Auto mieten, denn das oeffentliche Verkehrssystem ist in Neuseeland nicht mit unserem deutschen Standard zu Vergleichen. Das „Links“ fahren war am Anfang etwas ungewohnt, doch mittlerweile mache ich mir Sorgen, mich wieder auf den Rechtsverkehr in Deutschland um zu stellen. Neuseeland ist ein Land, das das Reisen sehr einfach macht. Ueberall gibt es Informationszentren und guenstige Uebernachtungen in sogenannten „Back-Packern“. Man lernt sehr schnell andere Reisende kennen und unternimmt dann meist einen Tag gemeinsam. Die unbeschreibliche Vulkanlandschaft laesst den einen oder anderen Drehort im Film „Der Herr der Ringe“ wiedererkennen und haelt einen so gefangen, dass man glaubt ein Ork kommt gleich hinter dem naechsten Stein entgegen gehuepft. Am einem Tag Berge und Vulkane und am naechsten Tag an ausgedehnten Straenden spazieren gehen, das ist typisch fuer Neuseeland. Leider vergingen die Semesterferien viel zu schnell und wir fuhren vorbei an viel Gruen und noch mehr Schafen, zurueck nach Auckland.
Wie beschreibt man einen Neuseelaender? Auch liebevoll „Kiwi’s“ genannt. Nun, mein erster Eindruck war, dass hier vieles langsamer geht als bei uns zu Hause. Die Neuseelaender sind im Allgemeinen sehr easygoing und lazy. Damit meine ich eine gelassene Lebenseinstellung mit nicht allzuviel Aufregung. Sie sind mit sich und Ihrer Insel zufrieden und dadurch dass sie am anderen Ende der Welt wohnen, ist „alles andere“ ganz weit weg. Bei alltaeglichen Gelegenheiten, wie zum Beispiel im Supermarkt, stoesst man schnell auf neuseelaendische Gewohnheiten. Die Schlangen an der Kasse sind sehr lang, dadurch dass der/die Kassierer/in ein Produkt nach dem anderen sehr bedacht ueber den Infrarotsensor zieht. Als ich endlich vorne angekommen war, hatte der/die Angestellte mit mir erst einmal „Small Talk“ gehalten und fragte mich interessiert wie denn mein Tag war. Ich bin vor Schreck fast in den Einkaufskorb gefallen, weil ich das von unserer Anonymitaet zu Hause nicht gewohnt war. „Ist das eine neue Marketingstrategie?“ waren meine ersten Gedanken. Doch ich musste erst einmal meine deutsche, hektische und kritische Einstellung ablegen um zu sehen dass das der gelassene und offene Lebensstil der Neuseelaender ist.
Nun sind meine Vorlesungswochen schon vorbei und ich bereite mich intensiv auf meine Pruefungen vor. Danach werde ich erst einmal den neuseelaendischen Fruehling geniessen und weiter auf die Suedinsel reisen, bevor es dann mit einem kurzen Aufenthalt in Sydney zurueck nach Frankfurt geht. Ich habe dieses Auslandssemester trotz intensivem Arbeitsaufwand sehr genossen. Das Zusammenleben mit Studenten aus verschieden Laendern, gibt einem einen tiefen Einblick in unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen. Es war wahrlich nicht immer leicht sich den neuen Herausforderungen zu stellen und ich zaehle auch weniger gute Ereignisse zu meinen Erfahrungen. Ich bereue es nicht hier zu sein und mein Traum vom Leben am anderen Ende der Welt hat sich erfuellt. Dafuer danke ich sehr meiner Familie fuer all die organisatorische Hilfe, meinen Freunden aus Aalen und Stuttgart fuer die vielen e.mails und Michael fuer die liebevolle Unterstuetzung ueber zwei Ozeane.
Erfahrungsbericht - Jaisha Laduch
SECHS GLÜCKLICHE MONATE IN NEUSEELAND
(Vier davon an der Universität Auckland)
Hinweis: Bitte beachtet, dass dies die “Nur-Text-Version” des Berichtes ist. Die pdf Version mit zusätzlichen Grafiken und Bildern findet Ihr unter folgendem Link.
Am kommenden Freitag werde ich nun endlich meinen letzten Essay an der Uni Auckland abgeben, deshalb habe ich nun endlich etwas Zeit finden können, meinen Erfahrungsbericht zu verfassen, um euch vielleicht in dem einen oder anderen Punkt bei der Reiseplanung oder vor Ort helfen zu können.
Mit der Planung für meinen Auslandsaufenthalt in Auckland, Neuseeland habe ich bereits 1 1/2 Jahre vor Abflug begonnen, wirklich konkret wurden meine Pläne ca. 10 Monate vor Abflug. Auch wenn es aus meiner Sicht wirklich sinnvoll ist, mit der Planung so früh wie möglich zu beginnen, denke ich, dass die Vorbereitungen auch in einem kürzeren Zeitrahmen zu schaffen sind. Sinnvolle Planung ist in diesem Falle das 'A' und 'O'.
Ich habe meinen Erfahrungsbericht in verschiedene Abschnitte gegliedert und beginne mit den Punkten die so früh wie möglich bedacht, geregelt oder erledigt werden sollten:
1) WAHL DER WUNSCH-UNI & BEWERBUNG
Ich persönlich hatte mich ursprünglich für die Victoria University of Wellington entschieden, da ich aber aufgrund der immens hohen Studiengebühren in Neuseeland auf eine Förderung durch das Bafögamt angewiesen bin, kam diese Uni für mich leider nicht infrage, da dort das Jahr in Trimester eingeteilt ist, und das Bafögamt erst ab einem Semester fördert. Wer jedoch vorhat, länger als ein Trimester in Wellington zu bleiben, hat sehr wohl Anspruch auf Förderung durch das Bafögamt.
Ich habe mich schließlich für die University of Auckland entschieden, weil es für mich zum Einen wichtig war zentral bzw. in einer Stadt zu wohnen, zum Anderen ist Auckland umrundet von Wasser. Man kann im Prinzip (unabhängig davon wo man wohnt, innerhalb von max. 15 Minuten zum Strand oder Hafen gelangen). Ausschlaggebend war für mich, dass die Universität Auckland zu den besten der Welt zählt.
Die ersten Schritte, bevor ich mich schließlich für eine Uni in Neuseeland entschieden habe, waren alles andere als einfach. Die Homepage sowie die Mitarbeiter des Instituts Ranke-Heinemann haben mir bei meiner Entscheidung wirklich geholfen. Ich finde es wichtig sich die Kurzportraits der einzelnen Unis in Ruhe an zu schauen, damit man am Ende die richtige Entscheidung trifft. Auch die Homepages der einzelnen Institute können einem oftmals bei der Entscheidungsfindung helfen. Viele Unis stellen auf ihrer Homepage einen Ansprechpartner für internationale bzw. interessierte Studenten vor. Man hat die Möglichkeit diesen Personen direkt eine E-mail zu schreiben, aus meiner Erfahrung werden diese E-mails schnell und gewissenhaft beantwortet. Scheut euch nicht, auf englisch zu schreiben bzw. 'naive' Fragen zu stellen - die Leute sind extra da, um euch zu helfen und in der Regel freuen sich die Unis über Studenten aus 'overseas', denn neben Geld bringt ihr auch neue Impulse oder Ideen an die Uni bzw. in die Kurse...Viele Unis bieten auch an, kleine Informationsbroschüren mit Informationsheften oder CD-Rom’s über ihr Institut zu verschicken. Dafür müsst ihr euch normalerweise nur registrieren und erhaltet die Infos dann versandfrei nach Hause geschickt werden. Eine weitere Möglichkeit, sich über mögliche Studienorte zu informieren, sind die so genannten Hochschulmessen. Datum und Ort der Messen werden regelmäßig auf der Homepage des Instituts Ranke-Heinemann veröffentlicht. Es lohnt sich wirklich ein oder sogar zweimal eine solche Messe zu besuchen, da Vertreter vieler neuseeländischen und australischen Unis vor Ort sind, und einen gerne mit Informationen versorgen.
Abschließend bleibt nur noch festzuhalten, dass es wichtig ist, sich von seinem Gefühl leiten zu lassen. Denn eine wirklich 'falsche' Entscheidung kann man meiner Meinung nach, in NZ wirklich nicht treffen.
Nachdem ihr euch jedoch für eine (oder mehrere) Uni/s entschieden habt, lohnt es sich die Bewerbungsunterlagen so schnell wie möglich zu beantragen bzw. auszudrucken und zusammenzustellen, um eine fristgerechte Bearbeitung zu gewährleisten. Um euer Visum beantragen zu können und um Fördermittel wie z.B. Bafög zu erhalten müsst ihr Bereits die Zusage einer Uni zu einem Studienplatz bekommen haben! Falls ihr euch entscheidet euch an mehreren Uni parallel zu bewerben oder eine Bewerbung sowohl im ‚undergraduate’- als auch im ‚postgraduate’-Bereich durchzuführen, helfen euch die Mitarbeiter vom Ranke-Heinemann-Institut dabei, d.h. ihr müsst alle Unterlagen nur in einfacher Form an das Institut senden, plus die jeweiligen spezifischen Bewerbungsunterlagen für die einzelnen Unis. Um die Vervielfältigung bzw. den Versand der Unterlagen kümmern sich die Mitarbeiter vom Ranke-Heinemann-Institut.
2) FINANZIELLER SUPPORT
Da die Gebühren der einzelnen Unis in Neuseeland meist deutlich teurer als in Deutschland sind, lohnt es sich rechtzeitig über mögliche Förderungen zu informieren. Wenn man vor hat, 'nur' ein halbes Jahr zu bleiben, hat man auch keine Möglichkeit einen Nebenjob anzunehmen, dies ist erst ab einem Aufenthalt von einem Jahr möglich.
BAFÖG:
Der Bafögantrag sollte so früh wie möglich gestellt werden, da die Bearbeitung des Antrags in der Regel mindestens sechs Monate dauert. Auch wenn ihr in Deutschland kein Bafög bekommt, lohnt es sich einen Antrag auf Vorentscheidung zu stellen, indem ihr erfahrt ob ihr generell Unterstützung im Ausland durch das Bafögamt erhalten könnt.Zuständig für die Förderung eines Auslandsaufenthaltes in Neuseeland ist das Bafögamt Frankfurt/Oder. Adresse der Homepage um generelle Informationen zu erhalten: http://www.studentenwerk-frankfurt.de. Auf der Homepage könnt ihr außerdem Merkblätter zum Thema Auslandsstudium herunterladen. Es lohnt sich wirklich, einen Antrag zu stellen, denn wer förderungsberechtigt ist, erhält neben einem monatlichen Förderungsbetrag (Zuschlag zu Miete, Nebenkosten, Lehrmaterial...) einen Reisekostenzuschlag bis zu 4600€ sowie einen Zuschlag zur Auslandskrankenversicherung. Das Bafögamt fördert einen Studienaufenthalt (in einigen Fällen auch Praktika) bis zu einem Jahr. Ihr müsst jedoch damit rechnen, dass ihr die Kosten für Flug und Studiengebühren erstmal aus eigener Tasche vorstrecken müsst, also macht euch rechtzeitig schlau, bei wem ihr auch das Geld leihen könnt. Nützlich ist es meiner Meinung nach, eine so genannte Abschlagszahlung beim Bafögamt zu beantragen, d.h. ihr bekommt mit der ersten Rate bereits die volle Summe für Flug und Studiengebühren überweisen, statt den Betrag auf die einzelnen Monate verteilt zu bekommen. Hierfür gibt es ein spezielles Formular, das ihr beim zuständigen Sachbearbeiter anfordern könnt.
STIPENDIEN:
Es gibt verschieden Quellen, die Stipendien verteilen. Auch hier gilt: Anträge so früh wie möglich stellen. Das Ranke-Heinemann-Institut vergibt neben einem Teil- (einmaligen
Förderungsbetrag von 800€) auch ein Vollstipendium (Übernahme der Studiengebühren für ein Semester).
Auch der DAAD (Deutsche Akademische Auslandsdienst) vergibt regelmäßig Stipendien. Die Bedingungen sind auf der Homepage www.daad.de nachzulesen.
In der Regel gilt jedoch, wer bereits Auslandsbafög erhält, hat keinen Anspruch auf die Förderung durch ein Stipendium.
BILDUNGSKREDIT:
Der Bildungskredit wird von der Kreditanstalt für Wideraufbau gewährt und ist speziell für Studenten zugänglich. Die Förderung wird in 3-24 Monatsraten ausbezahlt. Der Kredit wird unabhängig vom Bafög ausbezahlt. Jedoch würde ich eine Kreditaufnahme wirklich nur als Notlösung sehen, da der Betrag mit Zinsen (wenn auch nicht so hoch) zurückgezahlt werden muss.
Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass ihr aufgrund eines speziellen Abkommens zwischen Deutschland und Neuseeland außerdem die Möglichkeit habt, auch in Neuseeland im ‚postgraduate’-Bereich zu bewerben. Dies ist möglich, wenn ihr in Deutschland bereits ... – dann kommt ihr in den ‚Genuss’ nur die üblichen inländischen Studiengebühren zu bezahlen und diese sind deutlich geringer als die Gebühren für ausländische Studenten im 'undergraduate’-Bereich. Ich habe mich für einen Platz sowohl für einen Platz im ‚undergraduate’- als auch im ‚postgraduate’- Bereich beworben und wurde schließlich für Soziologie im ‚postgraduate’- Bereich angenommen. Zunächst schlotterten mir zwar die Knie, aber nach vier relativ erfolgreichen Monaten an der Uni Auckland, kann ich sagen, dass es sich gelohnt hat und ich denke, dass es für jeden mit ein bisschen Mut und Eigeninitiative möglich ist, das oder die Auslandssemester erfolgreich zu überstehen ;-)
3) SPRACHNACHWEIS
Die meisten Universitäten verlangen einen Sprachnachweis, entweder den TOEFL oder den IELTS. (www.toefl.org / www.britishcouncil.de/d/english/ielts.htm) Beide Sprachtests sind verhältnismäßig teuer (TOEFL: IELTS: ) Ich habe an meiner Uni einen Vorbereitungskurs für den IELTS belegt. Ich denke es ist sinnvoll, sich gründlich vorzubereiten, denn selbst wer wirklich gut englisch sprechen kann, ist vielleicht auf einige Tücken und Eigenarten die der Test mit sich bringen kann, nicht gefasst. Viele Bibliotheken (Universität oder auch öffentliche Leihstellen) stellen Vorbereitungsmaterial (CD’s, Kassetten, Bücher, CD-Rom’s, Lehrhefte...) zur Verfügung, auf dieses Angebot einzugehen, ist mehr als nur sinnvoll, denn die meisten der Vorbereitungsmaterialien sind verhältnismäßig teuer. Wer dennoch gerne ‚eigenes’ Material haben möchte, eine gute Alternative zum neuen Buch ist das Material secondhand zu kaufen, Internetplattformen wie www.ebay.de, www.amazon.de, www.abebooks.de oder direkt in Neuseeland www.trademe.co.nz bieten einiges an Vorbereitungsmaterial an. Einige Universitäten akzeptieren auch einen so genannten DAAD-Sprachnachweis der an einigen Unis in Deutschland abgelegt werden kann. Dazu solltet ihr auch aber unbedingt mit eurer Wunsch- sowie eurer Heimat-Uni auseinandersetzen. In einigen Internetforen aber auch an einigen Unis direkt hat man die Möglichkeit Sprachpartner online zu finden. An der Uni Bremen z.B. gab es die Möglichkeit sich vor Ort mit‚Tandempartnern’ zu treffen um Sprachkenntnisse auszutauschen, vielleicht gibt es diese Möglichkeit auch an eurer Uni?!
4) VISUM
Um das Visum beantragen zu können, müsst ihr einen Reisepass besitzen, der mindestens noch ... Monate über Rückflugdatum hinaus gültig ist. Den Reisepass solltet ihr so früh wie möglich beantragen, da es bis zu sechs Wochen dauern kann, bis ihr ihn abholen könnt. Im Notfall kann man auch einen vorläufigen Reisepass beantragen, der ist jedoch nur 12 Monate gültig.Es lohnt sich außerdem, schon zu Beginn der Vorbereitungen ca. 4-6 Passbilder machen zu lassen, denn die werdet ihr garantiert für die unterschiedlichsten Unterlagen gebrauchen können. Hier lohnt es sich den ‚Fachmann’ der Fotobox vorzuziehen, da die Kriterien für die Auswahl von Passfotos seit den neuen Richtlinien deutlich strenger geworden sind. Als ich meinen Reisepass beantragen wollt, wurden meine Fotos aus dem Automaten (der im Ortsamt stand) nicht akzeptiert, da meine Nase nicht genau in der Mitte des Bildes war. Also durfte ich noch mal losdüsen und ein neues Set von Fotos machen lassen, diesmal beim Optiker kostete mich auch ‚nur’ zwei Euro mehr, als beim Automaten.
5) FLUG
Ich habe meinen Flug traditionell im Reisebüro meines Vertrauens gebucht. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit den Flug im Internet zu buchen. Es gibt Internetseiten, die speziell Flüge für Studenten anbieten z.B. www.statravel.de - es lohnt sich in jedem Fall vor der Buchung gründlich zu recherchieren, da die Flugpreise stark differenzieren. Meiner Erfahrung nach, wurden meine Anfragen immer zügig beantwortet und auf meine speziellen Bedürfnisse wurde auch Rücksicht genommen.
Ich würde euch in jedem Fall empfehlen einen Stopover auf dem Hin- oder Rückflug (oder bei beidem) einzulegen. Nicht nur, dass der Flug weniger anstrengend ist, wenn man eine längere Pause zwischendurch hat, außerdem solltet ihr bedenken, dass man nicht so schnell wieder die Chance hat, so nah an bestimmte Länder heranzukommen. Ich habe auf meinem Hinflug einen Stopover für zwei Nächte in Singapur eingelegt und ich muss sagen, es hat sich wirklich gelohnt. Einige Airlines z.B. Singapore-Airlines bieten spezielle Stopover-Programme an, bei denen der Hotelaufenthalt neben weiteren Vergünstigungen inklusive ist. Meine Schwester ist auf ihrem Hinflug über Amerika (Los Angeles) geflogen und hat dort per pedes und im Backpacker die Stadt erkundet. Der Vorteil über die USA zu fliegen liegt besonders darin, dass ihr 2x 32kg mitnehmen dürft.Es gibt viele Möglichkeiten nach Neuseeland zu kommen, es lohnt sich wirklich sie war zu nehmen. Wichtig ist außerdem, dass ihr die Adresse eines ersten Anlaufpunktes habt (z.B. Hotel, Backpackers, Freunde...). Dies gilt auch für die Einreise nach Neuseeland, schon beim Ausfüllen der Visumsunterlagen werdet ihr nach einer Kontaktperson bzw. eurer ersten Anlaufstelle in Neuseeland gefragt!
Viele Unis bieten einen Abholservice vom Flughafen an. Dieses Angebot würde ich (wenn ihr noch keine Bekannten oder Verwandten vor Ort habt) dringend annehmen, da man nach dem langen Flug meistens total k.o. ist und sich freut, wenn man sich nicht noch um ein Taxi oder Bus kümmern muss.
Um den Flug so angenehm wie möglich zu gestalten, würde ich euch empfehlen, extra gemütliche Sachen anzuziehen (z.B. bloß kein enges Bündchen ;-) Außerdem Schuhe aus denen man leicht herausschlüpfen kann sowie ein Extrapaar warme Kuschelsocken. Praktisch ist es auch, wenn ihr eine kleine Flasche stilles Wasser im Handgepäck habt (! klären der neuen Flüssigkeitsmitnahmebestimmungen an Bord! ). Ich habe mir außerdem vorher ein Thermalspray aus der Apotheke besorgt, gibt es z.B. von Vichy, La Roche Posay oder Evian. Wenn die Haut währen des langen Fluges trocken wird, ist es super angenehm sich mit einem Thermal-Sprühnebel zu erfrischen. Sinnvoll ist es ein Paket Taschentücher, Kaugummis, MP3-Player o.ä., ein gutes Buch und evtl. eine Schlafbrille im Handgepäck zu verstauen. Bei den meisten Fluggesellschaften werdet ihr mit den meisten Dingen versorgt: Kopfhörer, Socken, Decke, genügend Trinken etc. Mein Freund ist ziemlich groß, er hatte jedoch die Möglichkeit bereits bei Flugbuchung den Wunsch zu äußern, am Notausgang zu sitzen, das hat ihm eine ‚enorme’ Beinfreiheit verschafft und dies kann ich jedem größeren Menschen nur empfehlen. Außerdem kann man bei Buchung direkt einen Essenswunsch äußern. Ich bin Vegetarierin und habe tatsächlich bei jeder Mahlzeit ein leckeres vegetarisches Menü serviert bekommen, wichtig ist nur Essenswünsche rechtzeitig zu äußern.
Bei einem Flug über Asien dürft ihr nur 20kg mitnehmen, was für einen Studienaufenthalt bis zu einem Jahr nicht wirklich viel ist, einige Airlines machen jedoch Ausnahmen und stocken das Gewicht um 10kg auf. Aus meiner Erfahrung heraus ist es das Beste, bei den Fluglinien direkt anzurufen, nachdem ihr eueren Flug gebucht habt und nach den 10kg+ zu fragen.
Ich habe lange überlegt, ob ich eine Reisetasche oder einen Wanderrucksack mitnehmen soll. Ich habe mich schlussendlich für die Reisetasche entschieden, da ich nicht vorhatte, besonders viel mit meinem gesamten Gepäck herumzureisen. Wichtig ist nur beim Kauf der Reisetasche darauf zu achten, dass sie robust verarbeitet ist und im besten Falle über Rollen verfügt, denn wenn ihr mal ein bisschen länger laufen müsst, seid ihr für die Rollen garantiert dankbar. Meine Schwester hat für ein Jahr work & travel’ in Neuseeland gemacht, nicht ohne Grund hat sie sich für die Rucksackvariante entschieden. Ich denke es kommt einfach darauf an, wie viel Zeit ihr zum Reisen einplant und in welchem Umfang. Rückblickend hätte ich mich evtl. doch besser für einen Rucksack entscheiden sollen, weil man damit doch einfach noch flexibler ist.
Wenn ihr erstmal in Neuseeland angekommen seid, bleibt mindestens bis zum Abend wach, egal wie müde ihr seid. Das ist der beste Weg den Jetlag so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Stellt am Besten schon zu Beginn des Fluges eure Uhr auf die neue Zeit vor Ort ein, damit ihr euch so früh wie möglich an den neuen Rhythmus gewöhnen könnt.
6) UNTERKUNFT
Eigentlich alle Universitäten bieten Unterkünfte für ausländische Studenten an. Wichtig ist nur, sich rechtzeitig zu bewerben. Die Wohnheime unterscheiden sich nach Preis und Lage aber auch danach, ob man mit Essen oder ohne bucht. Meiner Erfahrung nach sind die Studentenwohnheime meist deutlich teurer als z.B. ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft. Der Vorteil im Studentenwohnheim ist jedoch, dass man viele andere Studenten aus aller Welt um sich hat, denen es in den meisten Fällen nicht sonderlich anders geht als einem selbst.Ich habe mich jedoch für das Leben in einer WG entschieden. Man kann schon von Deutschland aus auf Seiten wie www.trademe.co.nz, www.flatfinder.co.nz oder auch www.nzflatmates.co.nz nach einer geeigneten Unterkunft suchen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es schwer ist hier eine Wohnung zu finden. Eine weitere Möglichkeit, wenn ihr bereits vor Ort seid ist der Wohnungsanzeigenteil in der größten neuseeländischen Tageszeitung ‚New Zealand Herald’. Ich finde es wichtig, dass die Wohnung zentral bzw. nah an der Uni liegt, damit man diese ohne größere Schwierigkeiten erreichen kann und auf kein Auto bzw. Autofahrer angewiesen ist.
7) DAS STUDIUM
Wenn ihr erstmal alle organisatorischen Schritte überlebt habt, beginnt nun der eigentliche Teil eures Aufenthaltes. Es macht wirklich Sinn, bereits einige Tage vor Beginn des Studiums in Neuseeland anzukommen, zum Einen um den Jetlag in Ruhe auszukurieren und zum Anderen um sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen. Nehmt unbedingt die Angebote der Orientierungswoche in Anspruch, denn hier habt ihr die Chance andere Gleichgesinnte zu treffen. Viele der ersten Kontakte können bis zum Schluss halten.Die meisten Unis haben so genannte International Offices, zu denen ihr jederzeit mit Fragen und Problemen gehen könnt. Wenn die Vorlesungen erstmal begonnen haben, macht es Sinn, so früh wie möglich gestellte Aufgaben (Essays, Referate...) zu bearbeiten, da die Erfahrung doch zeigt, dass man für Arbeiten auf einer anderen Sprache doch deutlich länger braucht als vielleicht gewohnt. Auch das Sichten und Recherchieren von Material nimmt mehr Zeit in Anspruch. Die Uni Auckland bietet regelmäßig Kurse wie eine Bibliotheks-Führung, Zeitmanagement-Workshops oder ähnliches an, die einem das Studentenleben wirklich erleichtern können. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Dozenten sehr zugänglich sind und gerne ihre Hilfe anbieten. Man hat oftmals die Möglichkeit zu persönlich vereinbarten Sprechstunden zu kommen, aber auch E-Mails wurden schnell und gewissenhaft beantwortet. Im Großen und Ganzen hat sich das Lernklima deutlich von dem in Deutschland bzw. von meiner Heimat-Uni unterschieden. In meinen Kursen waren wir maximal zehn Studenten plus ein bis zwei Dozenten – alle saßen um einen größeren Tisch herum und es gab viele anregende Diskussionen. Auch wenn man am Anfang vielleicht nicht einmal die Hälfte von dem versteht, was gesagt wird, lohnt es sich doch, am Ball zu bleiben und nachzufragen. Ich hatte das Gefühl, dass es mir von Woche zu Woche leichter fällt dem Unterricht zu folgen und spätestens nach meinem ersten Referat (vor dem es mir tagelang gegraust hat) habe ich mich getraut regelmäßig was zum Thema beizutragen. Mann muss sich nur erstmal überwinden, dann merkt man das alles nur halb so schlimm ist und Kommilitonen sowie Dozenten einen gerne unterstützen und an dem interessiert sind, was man zu sagen hat.
8) WHAT TO DO?!
Ich kann jedem der nach Neuseeland kommt nur empfehlen so viel wie möglich von diesem wunderschönen Land mitzunehmen. Einige Aktivitäten, die ich in punkto Auckland empfehlen kann:
- regelmäßige Besuche beim Strandabschnitt ‚Mission Bay’, es gibt eine Busverbindung dorthin und der Aufenthalt lohnt sich. Neben netten Buchten gibt es eine Menge Cafés, Restaurants und nette Geschäfte.
- einmal auf den Skytower fahren. Mit gültigem Studentenausweis kostet es ca. 20$, dafür erlebt ihr aber eine super Aussicht. Auf dem Skytower gibt es zwei Restaurants und eine Lounge. Wenn ihr vorhabt bei einem luxuriösen 360° Panorama zu dinieren, bucht auf jeden Fall vorher, den die Tische sind oftmals ausgebucht.
- einen Besuch im Auckland-Museum (traditionelle Kunstwerke und einen tiefen Einblick in die Geschichte des Landes)
- Ponsonby-Road: eine der hippesten Straßen Auckland’s mit jeder Menge Boutiquen, Cafés und Szene-Bars.
- Globe-Bar: so ‚strange’ wie sie auch sein mag, ein Besuch lohnt sich und zumindest ist hier an wirklich jedem Tag der Woche Party (www.globebar.co.nz)
- Innerhalb weniger Minuten kann man eine der zahlreichen Inseln z.B. Waiheke, Rangitoto... rund um Auckland mit Hilfe der Fähre erreichen – Top-Erlebnis (Fährpläne unter: www.fullers.co.nz)
Ansonsten kann ich nur empfehlen soviel wie möglich herumzufahren um z.B. den Hot Water Beach zu besuchen, oder das nette Surfer-Örtchen Raglan, Coromandel, die Nordspitze: Cape Reinga...Wann immer ihr am Straßenrand ein Hinweisschild mit entweder der Aufschrift ‚bushwalk’ oder ‚scenic lookout’ seht, haltet an und genießt die unendliche Vielfalt des Landes – ihr werdet es nicht bereuen. Wer sich öfter in einem der zahlreichen Backpackers niederlassen will, sollte sich überlegen eine BBH-Card zu kaufen. Sie kostet ca. 40$ und enthält neben einer Telefonkarte im Wert von 20$ die Möglichkeit in zahlreichen Backpackern einen Rabatt von einigen Dollars zu erhalten. In der Sommerzeit (ca. Ende November bis Anfang April) kann es sehr voll auf den Straßen und in den Häusern Neuseelands werden, deshalb lohnt sich auch hier, rechtzeitig ein Bett im gewünschten Backpacker zu reservieren.
9) SONSTIGES
Denkt auf jeden Fall daran, von allen euren Dokumenten (Pass, Studentenausweis, Flugticket, Führerschein... etc.) zwei Kopien anzufertigen. Ein Set verstaut ihr an einem anderen Ort als die Originaldokument in eurer Tasche, das zweite Set vertraut ihr jemandem zu Hause an (Eltern gute Freunde...).
Wer plant in Neuseeland mit dem Auto durch die Gegend zu reisen, sollte in jedem Fall rechtzeitig einen internationalen Führerschein beantragen. Der kostet in der Regel nicht viel, ist aber Voraussetzung, wenn ihr in Neuseeland ein Auto leihen wollt bzw. damit fahren wollt. Trotzdem würde ich erstmal einige Tage zu Fuß das Gelände erkunden, damit ihr euch an den Linksverkehr gewöhnen könnt. Tendenziell lohnt es sich ein Auto zu leihen oder zu kaufen, wenn ihr reisen wollt, da weder Bus- noch Zugsystem besonders gut ausgebaut sind und viele schöne Plätze nur mit dem Auto zu erreichen sind.
Falls ihr einen Handyvertrag in Deutschland habt, lohnt es sich nachzufragen, denn einige Mobilfunkanbieter bieten an, den Vertrag für einen gewissen Zeitraum stillzulegen um ihn nach eurer Rückkehr wieder aufzunehmen. So spart ihr zumindest die ansonsten anfallenden monatlichen Grundgebühren.In Neuseeland lohnt es sich gleich zu Beginn eine PrePaid-Sim-Karte von Vodafone (oder Telecom) zu kaufen. Die Karte kostet ca. 25$ und kann jederzeit per Internet oder im Geschäft aufgeladen werden.
Es lohnt sich in Deutschland ein Konto bei der Deutschen Bank ein Konto zu eröffnen. Dies ist in der Regel für Studenten kostenlos und mit der Girokarte könnt ihr an jedem Westpac- Bankautomaten in Neuseeland kostenlos Bargeld abheben. Einen Westpac- Automaten findet ihr fast an jeder Ecke. Die Mitarbeiter der Deutschen Bank drucken euch aber sonst bestimmt auch gerne eine Liste mit den Standorten der Automaten in eurem Zielort in Neuseeland aus.
Weiterhin würde ich auf jeden Fall eine Kreditkarte beantragen. Viele Dinge können nur mit der Kreditkarte erledigt werden und im Notfall könnt ihr immer noch auf eurer Karte zurückgreifen. Wem das etwas mulmig erscheint, ich habe mir einen Kreditrahmen von 1000€ einrichten lassen, damit das Ganze nicht in die falsche Richtung losgehen kann. Wichtig: Habt unbedingt eine Nummer unter der ihr die Karte sperren könnt bei euch.
Da die Steckdosen in Neuseeland anders ‚ticken’ müsst ihr euch in jedem Fall einen Adapter besorgen, dass könnt ihr schon in Deutschland erledigen oder aber auch vor Ort kaufen, habe für meinen ca. 10€ bezahlt.
Besorgt euch auf jeden Fall einen internationalen Studentenausweis von ISIC. Auf der Homepage www.isic.de erfahrt ihr, wo in eurer Nähe ihr den Ausweis beantragen könnt. Er kostet ca. 10€, wird weltweit anerkannt und kann euch ´ne Menge Vergünstigungen einbringen.
Um in Kontakt mit euren Liebsten daheim zu bleiben, sei euch gesagt, Internet-Cafés gibt es zahlreich und die Preise sind zumeist auch recht moderat (2-6$ pro Stunde). Außerdem lohnt es sich wirklich eine Telefonkarte, mit der man von einem normalen Telefon aus telefonieren kann, zu besorgen. Ich habe mir gleich zu Beginn eine Go-Talk-Karte besorgt, man kann sie immer wieder per Kreditkarte aufladen. Und für 20$ kann man ca. 600 Minuten nach Deutschland telefonieren – es lohnt sich!!! Lokale Telefongespräche sind (2006) kostenlos.
Und nun ganz zum Schluss, ein paar Dinge die ihr auf keinen Fall vergessen solltet:
- Sicherheitskopien eurer Dokumente
- Ladegeräte (für z.B. Handy)
- Kamera
- Kabel um Fotos von der Digicam auf den Computer zu ziehen
- Ein Foto von euren Liebsten
- Warme Socken (ich war erschreckt, wie kalt es hier war als ich angekommen bin [Ende Juni] – ich habe gebibbert!!!)
- Warmer Schlafsack (s.o. + die Häuser hier haben in der Regel keine Heizung, höchstens kleine ‚heater’ oder einen Kamin – die meisten Häuser sind aus Holz, d.h. schlecht gegen Kälte isoliert)
- Eine gute Regen- und Windjacke
- [ich habe einen größeren Schal aus Pashmina-Wolle mitgenommen, der hat mir in vielen Lebenslagen geholfen, als Rock, als Turban gegen die Sonne, als Decke, als Schal, als Windschutz... – ist eine Investition aber vielleicht noch ´ne Anregung für ein Abschiedsgeschenk ;-) ]
- MP3-Player o.ä.
- Flip Flop’s oder Badelatschen
- Feste Schuhe (hier gibt es massig tolle Wanderwege und Landschaften, die darauf warten, von euch erkundet zu werden)
- Ggf. Brille + Sonnenbrille
- Medikamente
- Adressbuch
- Handy
- Reiseführer wie z.B. Lonely Planet (hat mir viele gute Dienste erwiesen und schöne Plätze auf meinen Reisen aufgedeckt)
Das war er schon mein Erfahrungsbericht. Ich hoffe, ich konnte euch wenigstens in einigen Punkten hilfreich sein.
Erfahrungsbericht - Katrin Nagel
Ein Semester an der University of Auckland...
... Das stand mir bevor, als ich Anfang Juli 2006 ins Flugzeug gestiegen bin. 153 Tage weit weg von zu Hause. Weiter weg als nach Neuseeland kann man von Deutschland aus nicht sein.
Ich hatte die Zusage der Uni in der Tasche, mein Zimmer im Wohnheim sicher und mein Flugticket dabei. Und jetzt weiß ich, dass ich trotzdem total unvorbereitet war.
Ich hatte ein halbes Jahr Vorlaufzeit in Deutschland eingeplant. In der Zeit musste ich den Sprachtest (in meinem Fall TOEFL) machen, die Bewerbungsverfahren der Universitäten durchlaufen, sowie diverse Dinge in Deutschland für meine Abwesenheit regeln. Ich dachte, die Zeit wäre lang genug, aber das hat sich schnell als falsch entpuppt. Hätte ich die Hilfe von Ranke-Heinemann bei dem ganzen Papierkram nicht gehabt, wäre ich mit hoher Wahrscheinlichkeit erst ein Semester später gefahren.
1. Sprachtest
Ich kann hier nur für den TOEFL sprechen. Dieser Test sollte gemacht werden, sobald der Gedanke an ein Auslandssemester aufkommt. Er ist 2 Jahre gültig, deshalb schadet es nicht, den frühzeitig zu absolvieren. Der Test wird nicht jederzeit und überall angeboten, aber wenn man flexibel genug ist (sprich: keinen Zeitdruck hat), findet sich ein passender Termin in der Nähe. Man sollte mindestens 3 Wochen Vorbereitungszeit einplanen, in denen man seine Schwächen verbessern kann. Es wird diverses Material zum Üben im Internet angeboten, das sein Geld wert ist.
Ich habe den Test im Mai in Hamburg gemacht. Zu dem Zeitpunkt war dieses Testzentrum bereits bis September ausgebucht. Es waren Teilnehmer aus ganz Deutschland da und sogar ein Mädchen aus Schweden. Nur um noch mal deutlich zu machen, wie wichtig eine frühzeitige Anmeldung ist…
2. Finanzierung
2.1 Generell
Noch ein Grund mindestens ein Jahr vorher mit der Planung zu beginnen: Stipendien. Der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) bietet eine ganze Reihe von Stipendien an und bei den meisten muss man auch keine außergewöhnlichen Fähigkeiten haben. Der Versuch lohnt sich in jedem Fall. Kleiner Haken: Das Ende der Bewerbungsfrist für die meisten Stipendien liegt ein Jahr vor Inanspruchnahme. Für mich gab es da also keine Chance mehr.
Glücklicherweise gibt es in meiner Fakultät eine Stiftung, die sich für Auslandssemester-Studenten engagiert. Auch da lohnt es sich also, mal nachzufragen.
2.2 Bankangelegenheiten
Die Deutsche Bank bietet für Studenten, die ins Ausland gehen, ein Konto ohne Kontoführungsgebühren an. Mit der Karte kann man in Neuseeland bei Westpac gebührenfrei Geld abheben.
Allerdings kann man mit der Karte nicht bezahlen. Dazu benötigt man eine Kreditkarte (Visa, Master,…) oder ein Bankkarte von einer neuseeländischen Bank. Das neuseeländische „electronic cash“ nennt sich „Eftpost“ und ist sehr weit verbreitet. Es ist üblicher, mit Bankkarte zu zahlen als mit Cash. Im Uni-eigenen Supermarkt gibt es eine extra Kasse für Cash-Zahler. Es ist auch durchaus normal im Pub oder im Club sein Getränk mit Karte zu bezahlen. Ich hatte eine Kreditkarte aus Deutschland und musste deshalb jedes Mal 1% Auslandseinsatzentgelt bezahlen. Es ist sicherlich am einfachsten, bei einer neuseeländischen Bank ein Konto zu eröffnen. Die National Bank ist am weitesten verbreitet und es gibt eine Filiale im Unigebäude.
3. Visum
Man kann das Visum von Deutschland aus beantragen. Ich halte es jedoch für besser, das in Neuseeland zu erledigen. Als deutscher Staatsbürger (und Staatsbürger diverser anderer Staaten) hat man automatisch ein Touristenvisum für 3 Monate, mit dem man einreisen kann. Man muss dann nur einen Rückflug innerhalb von 3 Monaten gebucht haben und das Ticket bei der Einreise vorlegen. Nach Ankunft kann man sich über den International Office der Universität ein Visum besorgen und dann den Rückflug umbuchen.
Das Visum zu bekommen dauert in der Regel etwa eine Woche und kostet sehr viel weniger Gebühren als von Deutschland aus. Die Papiere, die man vorlegen muss, sind dieselben. Das einzige, was ein kleines Problem für mich dargestellt hat, war das Bankstatement. Das ist ein Kontoauszug, der mindestens 3000$NZ als Haben auflistet. Das ist natürlich kein Problem, wenn man sein Konto bei einer neuseeländischen Bank hat. Aber einen deutschen Kontoauszug können die Mitarbeiter nicht lesen und deshalb auch eigentlich nicht akzeptieren. Glücklicherweise ist die Deutsche Bank im Office bekannt gewesen und nachdem ich die wichtigsten Teile des Auszugs übersetzt hatte, wurde er akzeptiert. Alternativ wäre es auch möglich gewesen, sich von der Bank eine auf Englisch verfasste Bestätigung über die Summe schicken zu lassen.
4. Wohnen
Ganz, ganz wichtig: keine Verträge vor Ankunft unterschreiben. Nicht etwa, weil man eventuell übers Ohr gehauen wird, sondern weil es hier soviel Auswahl gibt, dass man über die Unterkunft von Deutschland aus nicht entscheiden sollte.
Ich habe vor meiner Ankunft einen Vertrag für die gesamte Dauer meines Aufenthalts beim Railway Campus unterschrieben. Das ist eines der Uni-Wohnheime. Grund für mich war in erster Linie, dass es sich um eine self-catered-Einrichtung handelt in der ich das Küchengeschirr (Teller, Topf, usw.) gestellt bekam. Außerdem konnte ich dort Bettzeug leihen.
Das Flair dieses Wohnheims ist zweifellos unübertroffen. Es handelt sich um einen umgebauten alten Bahnhof mit etwa 400 Betten. Man kann viele nette Leute kennen lernen, wenn man sich entsprechend an den Gemeinschaftsaktivitäten beteiligt. Was mich persönlich aber abschreckt ist, dass es z.B. Zimmerkontrollen gibt. Angekündigt und unangekündigt. Und man muss sich abmelden, wenn man verreist und man soll Besuch anmelden. Auch wenn der nur für ein paar Stunden bleibt. Natürlich werden diese Regeln von den Bewohnern nicht ganz so ernst genommen. Doch schon die Tatsache, dass es sie gibt, fand ich ein wenig befremdlich. Das ist sicherlich nichts für Leute, die schon lange nicht mehr bei ihren Eltern wohnen.
Im Übrigen vermitteln alle Uni-Accomodations im Internet den Eindruck, man könnte nur Verträge für mindestens ein Semester unterschreiben. Das stimmt so nicht. Gerade der Railway Campus bietet auch Accomodation für Nichtstudenten an. Man kann nur für einige Tage bleiben, zahlt dann aber wesentlich mehr. Ab zwei Wochen Aufenthalt gelten die normalen Preise, die im Netz zu finden sind. Man sollte den Bewerbungsbogen genau durchlesen.
Meine Empfehlung wäre also: erstmal herkommen, ins Taxi setzen, in die Stadt fahren. Dort gibt es einiges an Backpackern, Bed & Breakfast, den Railway Campus und diverse andere Uni Accomodations. Die ersten zwei Wochen im Railway zu wohnen ist sicherlich nicht das schlechteste, weil man sich dann in Ruhe um den anderen Kram kümmern kann. Wenn man spät nachts ankommt, kann man beispielsweise Bed & Breakfast oder Backpacker schon vorher per E-Mail regeln.
In der Orientierungswoche lernt man dann schon Leute kennen, mit denen man sich über Wohnungsangelegenheiten austauschen kann. Es gibt viele möblierte Zimmer und Wohnungsnot gibt es eigentlich auch nicht. Auckland ist eine Studentenstadt. Es ist kein Problem, ein Zimmer zu finden. Die Mietverträge sind meist mit zwei Wochen Frist kündbar und ich kenne einige, die hier schon mehrmals umgezogen sind und nie Probleme hatten, was Neues zu finden.
Von den Uni-Accomodations fand ich am besten das Parnell Student Village. Auch dort ist es kein Problem nach Semesteranfang noch was zu finden.
Noch mal zurück zu Bettzeug und Küchengeschirr: kann man hier kaufen. Das Bettzeug, das ich vom Wohnheim bekommen hatte, bestand nur aus Bezügen für Decke und Kissen, Wolldecke und Laken. Ich bin also sowieso nach zwei Tagen losgezogen und hab mir eine vernünftige Bettdecke und den ganzen Rest gekauft. Es war Winter, als ich ankam und es war erstaunlich kalt. Mit einer Wolldecke bin ich da sowieso nicht ausgekommen.
Für uns Studenten gibt es in Auckland das „Warehouse“. Das ist billig und man kann dort fast alles kaufen, was man so braucht. Natürlich ist die Qualität nicht besonders atemberaubend, aber man benötigt die Sachen ja auch nur für höchstens ein Jahr. Klamotten würde ich dort allerdings nicht kaufen.
Eine Sache, die man unbedingt aus Deutschland mitnehmen sollte, ist eine Steckerleiste. Man braucht dann nur einen Adapter und nicht drei, was das Leben um einiges einfacher macht.
5. Uni
Allgemein ist das Studium in Undergraduate Programme (so etwas wie Grundstudium) und Postgraduate (Hauptstudium) aufgeteilt. Undergraduate ist man mind. 3 Jahre (4 Jahre gibt’s auch, ist fakultätsabhängig) und danach hat man seinen Undergraduate Bachelor.
Ab dann ist man Postgraduate und wird wie ein König behandelt. Postgraduates haben eigene Bereiche im Gemeinschaftsgebäude, wo Undergraduates nicht rein dürfen. Sie haben auch in den Fakultätsgebäuden eigene Schreibtische mit Rechnern und sie müssen viel weniger für ihre Kurse bezahlen als Undergraduates. Wenn man als deutscher Postgraduate an der Uni ist, muss man nur die Gebühren bezahlen, die die Einheimischen auch zahlen. Es gibt hierfür ein Abkommen zwischen Deutschland und Neuseeland. Als Undergraduate zahlt man einiges mehr. Dummerweise bin ich Undergraduate gewesen. Also gleich als Postgraduate bewerben (man sollte allerdings seinen Bachelor oder das Vordiplom schon haben) oder nach Ankunft umschreiben lassen. Ich habe von mehreren gehört, die das gemacht haben.
Nach einem Jahr Postgrad macht man dann in der Regel sein Postgraduate Diploma und verlässt die Uni, um zu arbeiten. Viele kommen später wieder, um den Master und dann eventuell den Phd (Doktor) zu machen. Oft wird das vom Arbeitgeber gesponsert und läuft neben dem Job als Halbzeitstudium.
Ich war im Engineering Department, wo die Organisation etwa folgendermaßen aussieht:
Es gibt einen Klassenverband von etwa 60 Leuten. Es gibt sogar einen Klassensprecher. Das Studium (vor allem Undergraduate) ist straff durchorganisiert und einheimische Studenten haben kaum Wahlmöglichkeiten, was die Kurse angeht. Als Study Abroad Student kann man Kurse aus fast allen Fakultäten und Studiengängen wählen und beliebig kombinieren. Blöderweise kann man keine Kurse über die Maorikultur belegen.
Jeder Studiengang bietet seine eigenen Kurse an. Auch wenn z.B. Verfahrenstechniker und Maschinenbauer beide Thermodynamik hören müssen, gibt es für jeden Studiengang einen extra Kurs.
Am Anfang des Semesters muss man sich in die Kurse einschreiben und hat dann 2 Wochen Zeit, das noch zu ändern. Also keine Panik. Selbst wenn man bei der Bewerbung Kurse angegeben hat, ist das noch nicht verbindlich. Man muss pro Jahr 120 Punkte machen, d.h. etwa 4 Kurse pro Semester (15 Punkte pro Kurs). Für Postgraduates stehen auch Projekte auf dem Plan, die mehr zählen können, aber natürlich dann auch einen höheren Arbeitsaufwand haben. Mit den Kursen sind oft Labore verbunden, für die man dann Berichte abgeben muss, die bewertet werden.
Die Note in den Kursen setzt sich immer aus mehreren Komponenten zusammen: Assignments (Hausaufgaben), Tests, Laborberichte, Prüfung. Die Prüfung zählt meist so um die 70%. In anderen Departments ist das eher weniger und es werden noch eine Menge Essays geschrieben. Hier noch ein Tipp: die Arbeiten doppelt abspeichern. Wenn die Essays verloren gehen und deshalb nicht abgegeben werden können, fällt man gnadenlos durch und kann den Kurs vergessen.
Man muss nicht zu den Vorlesungen hingehen. Es kann aber sein, dass man was verpasst, weil z.B. Assignment- und Testdaten manchmal nicht aushängen sondern nur in der Vorlesung angekündigt werden.
Die Vorlesungen sind immer eine Stunde (eigentlich 50 min) und dafür 3- bis 4-mal die Woche. Dazu kommen die Labore und Tutorials (Übungen). Mit zusätzlich 1-3 Stunden die Woche. In den meisten Kursen wird erwartet, dass man noch 6 bis 10 Stunden die Woche zu Hause arbeitet. Das heißt nicht nur Full-time-Study, das ist auch eins!
Selbstverständlich hält auch hier jeder Dozent seinen Kurs für den wichtigsten, für den man deshalb ganz viel tun muss. Es wird auch ein wenig mündliche Mitarbeit im Kurs verlangt, aber nicht bewertet.
In manchen Kursen insbesondere bei Projekten muss man statt einer Prüfung am Ende eine Präsentation machen. Meist mit mehreren zusammen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Universität hier sehr verschult ist. Man ist eigentlich immer ordentlich beschäftigt. Die Vorlesungen sind sehr praxisorientiert. Während der Bachelor Maschinenbau an meiner Uni in Deutschland eher eine Art erweitertes Grundstudium ist, ist der Bachelor in Neuseeland sehr speziell auf eine Branche ausgerichtet.
Für internationale Studenten gibt es an der Uni den so genannten iSpace. Das ist eine von der Uni geförderte und von Studenten organisierte Institution, die sich um uns „kümmert“. In der Orientierungswoche und auch danach gibt es regelmäßig Veranstaltungen, bei denen man wunderbar Leute kennen lernen kann. Außerdem kann man dort hingehen, wenn man irgendwelche Fragen oder Probleme hat.
6. New Zealand itself
Auckland
Wohl die größte, hässlichste, dreckigste und lauteste Stadt Neuseelands. Über ein Viertel der Bevölkerung (etwa 1.3 Mio.) lebt hier. Städte- und verkehrsplanerisch ist die Stadt ein Desaster.
Auckland hat einen wunderbaren Blick auf den Hafen. Von Downtown könnte man die Harbour Bridge sehen und hätte einen tollen Blick auf den Hauraki Gulf mit seinen Inseln… Wenn nicht irgendwer auf die Idee gekommen wäre etwa zehn 20stöckige Hochhäuser und Hotels direkt an das Hafenbecken zu setzen. Man kann dort ganz nett abends weggehen, aber am Hafen spazieren gehen geht nicht. Dafür muss man zum wesentlich schöneren Jachthafen fahren. Im Moment wird in Auckland sehr viel gebaut und leider scheint sich keiner Gedanken um so etwas wie Flair zu machen. Die ganze Innenstadt ist voll gestopft mit Straßen und Autos.
Und damit wären wir beim Verkehr. Wenn man in Auckland auf die Straße geht, stockt einem der Atem. Es riecht eigentlich immer und überall nach Abgasen. Es gibt hier weder so was wie einzuhaltende Abgaswerte noch Grenzwerte für die Lärmemission. Es ist immer Stau. Die Motorways sind überfüllt und das öffentliche Verkehrssystem ist eine Katastrophe. Die Busse sind unzuverlässig und die Bushaltestellen haben oft keine Namen und sind nicht in der Liste aufgeführt. Für Touristen ist es fast unmöglich ohne die Hilfe des Busfahrers von A nach B zu kommen. Zum Glück sind die Fahrer, wie alle Neuseeländer extrem nett und zuvorkommend und sagen einem gerne Bescheid, wenn man raus muss.
Es gibt auch kaum Radwege. Radfahrer leben sowieso gefährlich, weil sie zusammen mit Fußgängern die Gruppe der niederen Verkehrsteilnehmer bilden. Als Fußgänger 5 Minuten an der Ampel warten zu müssen ist die Regel. Und wenn man grün hat, muss man immer noch aufpassen, dass auch wirklich kein Auto kommt. Viele Leute, die auf diese Weise regelmäßig in Auckland unterwegs sind, tragen orange oder gelbe Warnwesten.
Wenn man lieber zu den höherwertigen Verkehrsteilnehmern gehören möchte, kauft man sich einfach ein Auto. Das ist hier kein Problem, allerdings weiß ich darüber nicht genau Bescheid. Es gibt aber viele, die das machen und es ist in jedem Fall billiger als in Europa.
So, genug gelästert. Wie bei jedem Ort, den man zu Hause nennt, kann man irgendwann nicht mehr anders und liebt diese Stadt. Auckland ist, wie in jedem Reiseführer zu lesen, tatsächlich eine pulsierende Großstadt mit unglaublich toleranten Menschen. Wenn man dort erstmal richtig angekommen ist, zeigt es sich von seiner schönsten Seite. Großstadtkinder werden Downtown voll zufrieden gestellt. Nur ein paar Meter raus in Richtung Parnell wird alles ein bisschen ruhiger und beschaulicher. Und obwohl hier so viele Menschen leben hat diese Stadt für mich (abgesehen von Downtown) immer eher Kleinstadtcharakter gehabt. Mit kleinen Lädchen, alten Häusern und Menschen, die stolz sind hier zu leben. Auckland ist die heimliche Hauptstadt Neuseelands. Jeder, der nicht hier lebt (ich rede von Neuseeländern), hasst diese Stadt. Die Bewohner werden im Volksmund Jafas (Just Another Fucking Aucklander) genannt, hören das aber natürlich nicht gerne.
Die Stadt hat 48 Vulkane. Die meisten wurden abgetragen, aber viele sind heutzutage Parks, die mit viel Aufwand gepflegt werden. Der höchste Vulkan ist der Mt. Eden, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Man hat einen tollen Blick auf die ganze Stadt, die sich von der West- zur Ostküste erstreckt.
Man kann Tagesausflüge zu den Inseln vor Auckland machen oder einfach mal die Queen St. (Hauptgeschäftsstraße) hoch und runter laufen und alles auf sich wirken lassen.
Was Ausgehen betrifft, gibt es für jeden Geschmack etwas. Sehr zu empfehlen ist die K Rd. (Karangahape Rd.) und die Vulcan Lane. Aber auch die Victoria St., wo der Skytower (höchstes Gebäude der südlichen Hemisphäre) steht, hat viele nette Bars. Wenn man ein bisschen mehr auf „schick anziehen“ steht, sollte man am Viaduct unten am Hafen mal vorbei schauen. Turnschuhe sind dort allerdings nicht erwünscht. Außerhalb von Downtown kann man nach Ponsonby oder Parnell gehen. Auch dort gibt es wieder viele kleine Pubs mit Livemusik. Ich gebe jedem gerne Tipps, der sich an mich wendet. Ich habe am Anfang viel zu lange gebraucht, um das alles herauszufinden.
Rest von Neuseeland
Der beste Reiseführer, den es gibt, ist der Lonely Planet. Von dem kann man sich ganz gut führen lassen. Er kostet um die 45$NZ und ist die Bibel für Backpacker, geschrieben von Backpackern mit vielen Ausgeh-, Sightseeing- und Übernachtungstipps.
Bis jetzt habe ich nur die Nordinsel bereist. Die Südinsel kommt nach den Prüfungen ab Mitte November (2006) dran.
Ich will da jetzt auch nicht weiter ins Detail gehen, weil ich damit sicherlich noch mal 3 Seiten füllen könnte…
Highlights der Nordinsel:
Bay of Islands: Delfine, Hole in the Rock (world-famous), BBQ am Strand, Tauchen
Coromandel: Hot Water Beach (kochendheiße Quellen am Strand), Cathedral Cove
Rotorua: Schwefelquellen, Thermalbad; stinkt nach faulen Eiern, aber man gewöhnt sich dran
Taupo: Skydive, Tongariro National Park mit Skipisten
Waitomo: Glowworm Caves, Blackwater Rafting (eisekalt)
Meine liebsten Erfahrungen waren bis jetzt der Skydive (Fallschirmsprung) am Lake Taupo und eine 4tägige Wandertour am Lake Waikaremoana. Beides Unternehmungen, bei denen ich an meine physischen und psychischen Grenzen gestoßen bin und die mich deshalb wahrscheinlich mein ganzes Leben lang begleiten werden.
7. Fazit
Ich habe hier in Neuseeland eine tolle Zeit verbracht und viele unglaublich nette Menschen aus der ganzen Welt kennen gelernt. Während der letzten vier Monate hatte ich nie das Gefühl, hier nicht willkommen zu sein. Ein Semester ist viel zu kurz, um alles zu erfahren und zu sehen, was dieses Land zu bieten hat. Ich werde ganz sicher zurückkommen…
Zusammenfassend noch mal die wichtigsten Regeln:
Keinen Mietvertrag für ein ganzes Semester unterschreiben
Sprachtest früh genug machen
Als Postgraduate herkommen
Der Winter ist auch hier sehr kalt (kein Schnee, aber es friert mitunter mal)
Erfahrungsbericht - Philipp Jugert
Es ist wohl höchste Zeit mal über meine Erfahrungen in Neuseeland (kurz NZ) zu schreiben, denn schließlich bin ich schon wieder seit über einem Monat zurück in Deutschland. Es ist schwierig all das, was ich dort erlebt hab, kurz und bündig auf ein paar Seiten Text unterzubringen. Ich gehörte wohl nicht zu den typischen Austauschstudenten, da ich mein Studium in Psychologie schon abgeschlossen hatte, bevor ich nach NZ ging, eigentlich mit der Absicht dort zu promovieren. Ich habe mir das Land auch nicht bewusst ausgesucht mit der Überlegung: "Ach, da wollte ich schon immer hin", sondern bin aufgrund eines bestimmten Wissenschaftlers auf den ich im Zuge meiner Diplomarbeit gestossen war, dorthin. Ich fand eben seine Arbeiten und Theorien toll und hab ihn flugs mal angeschrieben, ob er im Jahr 2005 noch Doktoranden annehmen würde. John (in NZ braucht man angenehmerweise niemanden siezen) stellte sich als überaus freundlicher Professor heraus und eh ich mich versah, war ich am anderen Ende der Welt angelangt.
Mit der Finanzierung war das allerdings nicht so einfach und John hatte mir daher angeraten mich erstmal für einen Master-by-thesis einzuschreiben, der dann ggf. noch in eine PhD hätte umgewandelt werden können. Da ich vom DAAD kein Stipendium bekam, habe ich die Studiengebühren (als Deutscher muss man bekanntlich im Postgraduate Bereich "nur" die lokalen Gebühren zahlen) über einen Bildungskredit finanziert und für meine Lebenskosten hab ich freundlicherweise weiter Unterstützung von meinen Eltern erhalten aber auch gejobbt. NZ und insbesondere Auckland waren denn auch wesentlich teurer als ich erwartet hatte. Zumindest die Mieten in Auckland sind ziemlich horrende, sofern man im Stadtzentrum wohnen will. Ich wohnte zunächst bei einem Freund meiner Eltern und hatte nach drei Wochen WG-Suche endlich Glück in einem Vorort von Auckland – Mt Albert.
Was das Wohnen angeht, so gibt es sicherlich verschiedene Vorstellungen und Geschmäcker. Mir gefiel das Wohnen im Vorort nicht besonders, auch wenn ich mit meiner WG, die außer mir nur aus Kiwis bestand, ganz gut zurechtkam. Mt Albert liegt zwar eigentlich gar nicht so weit weg vom Zentrum, aber zur Rush-Hour steht man mit dem Auto und dem Bus nur im Stau und der Zug braucht sage und schreibe 30 Min. für eine Strecke, die man bei freier Fahr mit dem Auto in 10 schaffen kann. Das ist eben auch ein grosser Schwachpunkt der Stadt – das komplette Fehlen eines funktionierenden öffentlichen Nahverkehrssystems. Teilweise kam der Zug dann auch noch bis zu 20 Min. zu spät. Da wird die deutsche Mentalität doch hart auf die Probe gestellt. Andererseits kann man natürlich auch auf ein Auto verzichten und mitten in der Stadt in einem 8 qm Zimmer im 12. Stock eines Apartmentblocks für $150 die Woche wohnen, wie es ein dt. Freund von mir tat.
Ich war allerdings recht froh ein Auto zu besitzen. Erstens sind (gebrauchte) Autos und v. a. deren Unterhaltskosten (Steuern, Versicherung, Sprit) in NZ viel billiger als bei uns und zweitens ist es gerade die Umgebung von Auckland, überhaupt die Landschaft in NZ, die so viel zu bieten hat. Auckland selbst ist eigentlich ganz schön hässlich, eher eine Art amerikanisches Riesendorf, das sich mit zahllosen Vororten endlos in Nordsüdrichtung erstreckt. Doch der klassische Kulturliebhaber ist in NZ vielleicht eh falsch aufgehoben. Was dieses Land zu bieten hat, ist v. a. seine reizvolle Natur, die endlosen Strände und die Abgeschiedenheit und Ruhe.
Was mich am Anfang eher irritiert hat, war, wie viele Deutsche außer mir noch in Auckland, an der Uni, ja im ganzen Land unterwegs waren. Wer wie ich (naiverweise) erwartet hatte, NZ sei weit genug weg, um vor den dt. Horden geschützt zu sein, irrt sich. Diese Irritiertheit, die auch viele andere Deutsche gezeigt haben, ist aber an sich schon ein kurioses Phänomen, über das ich mit anderen Landsleuten viel diskutiert habe. Es scheint eben eine typisch deutsche Eigenschaft zu sein, andere Deutsche im Ausland als störend zu empfinden. Irgendwie bildet man sich ein, man müsste doch der einzige Deutsche sein, der das hier erleben darf und der Wert dieser Erfahrungen würde dadurch geschmälert, dass noch andere Deutsche daran teilhaben. Ziemlich schwachsinnig das ganze, zugegebenermaßen, aber eben nicht von der Hand zu weisen.
Mit den Kiwis (so bezeichnen sich landläufig die Einheimischen egal welcher Herkunft) wird jeder so seine eigenen Erfahrungen machen. Ich habe die Kiwis als sehr freundliche, interessierte, weltoffene und im Vergleich zu Deutschen unglaublich tolerante Menschen kennen gelernt. Natürlich ist NZ ein Einwanderungsland, aber man verbindet doch eher britische Einflüsse mit den Bewohnern. Allerdings gibt es zumindest in Auckland mittlerweile fast 20% Asiaten, v. a. Chinesen und Koreaner, aber auch Inder. Dazu kommen noch eine ganze Menge Pacific Islanders und natürlich die rechtmäßigen Besitzer des Landes – die Maori. Daraus ergibt sich ein unglaublich buntes Stadtbild und eine ziemlich lebendige Kultur. Was dabei oft verwundert, ist, wie gut die verschiedenen Ethnien dabei miteinander klar zu kommen scheinen. Ich habe in NZ äußerst selten offenen Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit bemerkt und es wird sehr viel für die Integration von Migranten getan, die etwa 20% der Bevölkerung ausmachen. Dagegen erscheint es völlig unverständlich wie hierzulande mit Ausländern umgegangen wird (nach dem Motto: wer sich nicht anpasst, geht besser).
Aber bevor es zu politisch wird, erzähl ich noch schnell was über die Uni. Ich muss sagen, dass ich vom wissenschaftlichen Standpunkt aus, noch nie so gute Bedingungen zum Forschen hatte, wie in Auckland. Es fing damit an, dass ich einen Büroarbeitsplatz mit brandneuem PC und unendlichen Druckressourcen hatte. Alle wissenschaftlichen Journale waren online verfügbar, so dass man sich die Artikel bequem als PDF runterladen konnte. Das Beste war allerdings die Betreuung. Hier weiß ich natürlich nicht, ob alle Profs in NZ so sind (ich möchte es bezweifeln). John hatte fast immer Zeit für mich und eine schier unglaubliche Geduld mit mir. Wenn ich ihn einmal über längere Zeit in Ruhe ließ, kam er spätestens nach einer Woche zu mir ins Büro und fragte, wo ich stünde, wie ich vorankäme, was für Ergebnisse ich hätte – im Vergleich zu dt. Unis ein unvorstellbarer Luxus. Zum ersten Mal habe ich eine Vorstellung davon bekommen, was der Begriff Mentor eigentlich meint oder bedeutet. Die Studiengebühren haben sich dafür allemal gelohnt. Das Klima am Department war eher etwas merkwürdig und es gab da wenig Zusammenhalt bzw. soziale Austauschfläche, was ich ein wenig schade fand. Es war eher so, dass jeder in seinem stillen Kämmerchen für sich hinarbeitete.
Eine der interessantesten Erfahrungen habe ich allerdings in einem Nebenjob gemacht. Es gibt an der Uni neben vielen anderen praktischen Einrichtungen ein Jobvermittlungsbüro. Dort gibt es eine spezielle Abteilung für fortgeschrittene Studenten, wo man Jobs in seiner Fachrichtung bekommt ("FutureGrads"). Darüber bekam ich einen Job im Untersuchungsgefängnis. Was sich schlimm anhört, war einer der spannendsten und unterhaltsamsten Nebenjobs, die ich je gemacht habe. Die Leute, die dort gearbeitet haben, waren natürlich anders als an der Uni. Es waren v. a. Pacific Islanders, Maori, Inder und Asiaten. Mein Job war es, Neuankömmlinge in einem Interview auf ihre Suizidalität zu testen und im Zweifelsfall in eine besondere Abteilung zu schicken, wo sie entsprechend versorgt wurden – eine recht verantwortungsvolle Aufgabe für einen Studentenjob. Aber ich könnte allein über diesen Job jetzt Romane schreiben und das will ich Euch ersparen.
Was ich aber damit sagen will: Es gibt in NZ ziemlich viele verschiedene Möglichkeiten, sich seine persönliche Nische zu suchen, sich auszuleben, zu verwirklichen und besondere Erfahrungen zu machen. Sei es bei der Farmarbeit auf dem Lande (bis zu 20h die Woche kann man während des Semesters arbeiten und unbegrenzt während der Sommerferien), beim Wellenreiten (oh, das fehlt ganz besonders), beim Wandern in den nahe gelegenen Waitakere Ranges, bei den fast selbstverständlichen Spaziergängen an menschenleeren Stränden oder einem der zig anderen möglichen Outdoor-Aktivitäten. Wo man auch hinkommt, sind die Leute meistens freundlich und offen, interessiert und warmherzig, wenn man Ihnen mit einer entsprechenden Einstellung entgegenkommt. Wer dann am Ende wie ich und viele andere noch ein paar Wochen dranhängt, um das Land von oben bis unten zu bereisen, der hat eine absolut unvergessliche Erfahrung gemacht, die ich jedem wärmstens ans Herz legen will.
Erfahrungsbericht - Lisa Konietzko
Der Abflug nach Neuseeland rückte immer näher und mit zweifelndem Blick auf meine Weltkarte dachte mir nur: „Was habe ich mir da wieder eingebrockt…?“ Ist ja tatsächlich total am anderen Ende der Welt und ziemlich Down Under so gequetscht am Rande meiner Welt(karte).
Aber erst einmal angekommen, fühlte ich mich sehr schnell sehr wohl und bemerkte, dass wohl 6 wundervolle Monate auf mich warten würden. Und siehe da Neuseeland war auf einmal auch in die Mitte der Weltkarte gerückt und ich war mitten drin.
Anfängliche Zweifel haben sich während meines Aufenthalts noch diverse Mal in unvergesslich positive Erfahrungen verwandelt.
Da ist zum einen die Uni, die mit ihren herzlichen Mitarbeitern jede erdenkliche Hilfe anbietet und ich mich niemals alleine fühlte oder unbeantwortete Fragen offen blieben. Man hat Zugriff auf ein breites Lehrangebot in allen möglichen Bereichen (z.B. Computerkurse, Präsentationskurse oder Einführungen um Bib effizient zu nutzen). Auch in den Kursen selbst ging es sehr angenehm und locker zu, obwohl man schon ständig am Arbeiten gehalten wird (aber man gewöhnt sich dran ;-)). Die Professoren werden mit Vornamen angesprochen und scheinen sich sogar zu freuen, wenn man zu ihnen in die Sprechstunde kommt.
Überhaupt sind die Kiwis (Kiwis: u.a. Neuseeländer) ein sehr aufgeschlossenes und nettes Völkchen, die Hilfestellung anscheinend verinnerlicht haben und es ist echt einfach mit ihnen in Kontakt zu kommen. Dennoch haben sie mich gerade zu Anfang ihrem Slang zum Wundern gebracht. Aber spätestens nach dem zweiten „Sweet as“ (Sweet as: all right, cool, yeah!) ahnte ich, dass die Herren nicht meinen Allerwertesten bestätigen wollten, sondern eher die allgemeine Situation.
Zum anderen ist da Auckland selbst mit 1,3 Millionen Einwohnern- man muss sich wundern, wo die wohl alle sind! Ich hatte mich auf eine pulsierende Großstadt eingestellt und Angekommen war ich in einer gemütlichen Stadt, mit einigen sehr netten Stadtteilen, in denen man gemütlich die Cafes und die „easy going“ Mentalität genießen konnte. Die meisten Menschenmassen fand man immer noch an der Uni, an der alles immer sehr quirlig und aufgrund der Nationalitäten Vielfalt sehr bunt zuging. So bunt ging es auch unter uns internationales zu und ich war überrascht, wie schnell eine so enge Bindung und Freundschaft entstehen kann, die sicherlich auch über die Zeit bestand hat.
Das „richtige“ Neuseeland habe ich aber wohl erst kennen gelernt, nachdem ich die Nord- und Südinsel bereist habe. Ich hatte mir ja schon gedacht, dass die Natur ganz nett sein würde, aber hier sind meine Erwartungen unermesslich übertroffen worden. Alles war grüner und saftiger, es gab mehr Schafe und Kühe, als ich jemals vorher gesehen hatte, das Meer schien weiter, die Wanderwege abwechslungsreicher und Reisen auf eigene Faust wurde durch sehr gut organisierten Tourismus zum Kinderspiel.
I lived my dream in Neuseeland und ich freue mich für jeden, der die Chance hat in diesem Land studieren zu dürfen.
Erfahrungsbericht - Christian Husemeyer
Ein Auslandssemester an der University of Auckland, Neuseeland
Mein Name ist Christian Husemeyer und ich belege nach einem FH-Diplom den 4- semestrigen ISE-Master-Studiengang Computer Science and Communications Engineering an der Uni Duisburg. Vom 9.7.2004 bis 21.12.2004 absolvierte ich mein Auslandssemester an der University of Auckland, Neuseeland. Der folgende Bericht soll allen Interessierten helfen, sich
1. für Neuseeland als Studienland zu entscheiden und
2. sich dort möglichst schnell zurechtzufinden.
Ich möchte einen Einblick geben in die nötigen Vorbereitungen, das Leben und Studieren in Neuseeland und andere Besonderheiten oder Unterschiede zum Studium in Deutschland.
Die Grob-Gliederung besteht aus drei Teilen:
• Vorbereitungen und generelle Belange des Auslandssemesters
• Neuseeland und die Stadt Auckland
• Die Universität Auckland Vorbereitungen
Warum Neuseeland?
Zu Beginn der Vorbereitungsphase für mein Auslandssemester schwebte mir Australien als Ziel vor! Da meine Fakultät keine Partner-Uni dort hatte, begann ich, mich auf eigene Faust um einen Platz zu kümmern. Durch einen glücklichen Zufall erfuhr ich auf einer Informationsveranstaltung von einem Vertrag zwischen Deutschland und Neuseeland, der es deutschen Postgraduate Studenten erlaubt, für „domestic fees“ in Neuseeland zu studieren, also die gleichen Gebühren zu zahlen wie Neuseeländer. Dies entspricht je nach Uni nur einem Sechstel bis Drittel der australischen bzw. der normalen neuseeländischen Gebühren für Ausländer. Dies und ein Buch über Neuseeland machten mir meine Entscheidung leicht – ich habe sie nie bereut!
Informationssuche und Universitätswahl
Nachdem die Entscheidung für Neuseeland gefallen war, fanden sich im Internet schnell Verweise auf die Seiten vom Institut Ranke-Heinemann (www.ranke-heinemann.de) in Essen, welches kostenlose Informationen und Hilfe bei der Bewerbung an Universitäten in Australien und Neuseeland anbot. Zum 1.1.2004 hatte es die offizielle Deutschland-Vertretung aller acht neuseeländischen Universitäten übernommen und schickte mir Informationsmaterial über die Unis und das Bewerbungsverfahren. Um die Vorgaben des Duisburger Studienplans erfüllen zu können, durchsuchte ich online die Vorlesungsverzeichnisse aller Unis nach Veranstaltungen, die ich mir nach meiner Rückkehr anrechnen lassen könnte. Auckland hat die größte Informatik- Fakultät aller Unis in Neuseeland und nur hier fand ich vergleichbare Veranstaltungen, wie sie für das 3. Semester meines Studiengangs gefordert wurden.
Bewerbung
Bei der Bewerbung an der Uni Auckland half mir das Institut Ranke Heinemann und ihre detaillierte Checkliste und Beratung (http://www.ranke-heinemann.de/neuseeland/bewerbungs_infos.php?id=4 ). Durch die kostenlosen Übersetzungen und Beglaubigungen des Instituts wurde die Bewerbung für mich recht einfach und günstig, da ich neben all diesen Gebühren auch Portokosten (und dank Fax Wartezeit für Antworten) sparte. Wegen der langen Anfahrt recht teuer und zeitaufwendig war noch das Ablegen des TOEFL-Englisch-Tests (www.ets.org/toefl), bei dem die Uni für ein Postgraduate Studium einen Mindestwert von 233 Punkten (Computer based) verlangte. Die Universität antwortete mit einem “offer-letter“, bot mir also einen Studienplatz an. Ein conditional offer bedeutet die Annahme unter der Voraussetzung, dass bestimmte Bedingungen erfüllt werden (Bescheinigungen nachgereicht o.ä.), ein unconditional offer ist eine feste Zusage.
Visum
Um aus Deutschland ein Studentenvisum beantragen zu können, benötigt man einen offer letter, jede Menge andere Dokumente (die alle mit dem Reisepass (!) nach Berlin geschickt werden müssen) und 100 € Gebühr. Hier verweise ich aber für aktuelle Fragen an das Institut Ranke Heinemann, das mittlerweile genauere Informationen haben dürfte, ob eine Einreise mit kostenlosem Touristenvisum auch ohne Rückflugticket innerhalb von 3 Monaten möglich ist. Wenn ja, ist dies empfehlenswert, da das Umschreiben auf ein Studenten-Visum vor Ort in Neuseeland nur 70 NZ$ kostet! Aufwendige Untersuchungen (teilweise mit Brustkorb- Röntgen!) können erst bei Anträgen für Aufenthalte ab einem Jahr nötig werden.
Versicherung
Eine Versicherung ist seit einigen Jahren für alle ausländischen Studenten in Neuseeland vorgeschrieben. Sie beinhaltet eine Reise- und Krankenversicherung und kann auf Wunsch zusätzlich Laptops o.ä. einschließen. Die Universität zieht die Gebühren (225 $ für ein Semester, 599 $ für ein ganzes Jahr) direkt mit den Studiengebühren ein. Auf Grund sehr enger Vorgaben ist es relativ aussichtslos, mit schon vorhandenen deutschen Versicherungen an der Zahlung vorbeizukommen, da dies eine eingehende Prüfung der bestehenden Verträge erfordert (Übersetzung, Postverzögerungen...). Zur Qualität der Versicherung kann ich selbst nichts berichten, da ich sie zum Glück nie gebraucht habe. Eine Verlängerung zur Absicherung einer Neuseeland-Rundreise nach Semesterende war jedoch problemlos im Versicherungsbüro direkt an der Uni (Information Commons/ Medicalcenter) möglich.
Arbeiten und Reisen in Neuseeland
Mein Studentenvisum erlaubte mir keinerlei Arbeit in Neuseeland, was aber bei einem Aufenthalt von nur einem Semester nicht allzu schlimm war, da während des Semesters nicht viel Zeit für Nebenjobs bleibt und man nach dem Semester entweder noch möglichst viel vom Land sehen möchte oder evtl. schon abreisen muss. Freunde, die ein ganzes Jahr blieben, arbeiteten in den Weihnachtsferien hauptsächlich in der Landwirtschaft (Weinlese oder Obsternte - “fruit picking“) oder in der Gastronomie als Aushilfen. Ohne Arbeitserlaubnis und Geld, aber mit genug Zeit, ist auch das aus Australien übernommene „WWOOFing“ eine Alternative um “herumzukommen“, bei der man für kostenlose Unterkunft und Essen auf Farmen, in Backpackern o.ä. arbeitet. Als englisch-sprachigen Reiseführer kann ich vor allem den Rough Guide aber auch den Lonely Planet empfehlen (er ist allerdings viel verbreiteter und kann deshalb kaum „Geheimtips“ bieten). Die mir bekannten deutschen Führer enthalten wesentlich weniger Details. Die Monate November (Nordinsel, siehe Foto unten: Cathedral Cove auf der Coromandel Halbinsel, Südwestlich von Auckland, Anfang Oktober 2004) und Februar/März sind die besten Reisezeiten für Neuseeland (Dezember und Januar sind die Haupt-Tourismus-Monate und allgemeine Ferienzeit, wo Übernachtungsmöglichkeiten knapp werden können und spontane Reiseplanungen erschweren), so dass sich eine Rundreise vor oder nach dem Semester anbietet. Eine wirklich sehr gute und dabei günstige Fluglinie nach Australien/Neuseeland ist Emirates (immer über Dubai, oft wahlweise mit kostenlosem Zwischenstop dort für 1-3 Tage). Teilweise gibt es von Anbietern wie STA-Travel Around-the-World- Tickets mit 10 Stops in beliebigen Ländern schon ab 1200 Euro. Allerdings würde ich einen längeren Aufenthalt in Neuseeland einer hektischen Rundreise mit kurzen Stops in 8 anderen Ländern immer vorziehen! Ich bin nach dem Semester noch für einige Wochen durch Neuseeland gereist und habe auch endlich die wunderschöne Südinsel besucht. Eine Beschreibung würde diesen Bericht sicherlich sprengen, ich kann nur jedem empfehlen, so viel Zeit (und Geld ;-) wie möglich für eine Rundreise einzuplanen!!! Schöne und nahe gelegene Ziele sind sonst noch Inselstaaten wie Tonga und Fiji. Dort gibt es „Inselhopping“-Angebote mit täglich wechselnden Backpacker-Übernachtugen auf einsamen, winzig kleinen Inseln. Ich selber hatte dazu leider keine Zeit, da ich den Midsemesterbreak lieber für eine Tour über die Nordinsel genutzt habe, von der ich vorher nur die Umgebung von Auckland kennen gelernt hatte.
Finanzierung
Trotz Zahlung der Inlandsgebühren fielen in meinem Fall (3 Kurse) ca. 1000 € Gebühren an (normalerweise pauschal 8880NZ$ (~ 5000€) für ein “Semester abroad“!). Die Gebühren werden auf Grund der belegten Kurse berechnet, und ich kann nur raten, die Rechnungen und Bescheinigungen gut aufzuheben und zu prüfen, da sie häufig Fehler enthalten (alle mir bekannten Fälle waren zu Ungunsten der Studenten) und erst nach einigen persönlichen Nachfragen korrekt verrechnet wurden (Scheck per Post). Ich unterstelle hier keine direkte Absicht, aber die Universität ist ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen und einige Details können da schon einmal bei der Kommunikation zwischen Auslandsamt, Finanzen und anderen Abteilungen verloren gehen. Für den Flug muss man mit ca. 1000 € rechnen; günstige Angebote findet man z.B. bei www.skyways.de.
Auf die Lebenshaltungskosten in Neuseeland gehe ich später noch genauer ein, sie sind aber insgesamt ungefähr mit denen in Deutschland vergleichbar. Leider kann ich an dieser Stelle keine Auskunft zu Auslands-Bafög oder Stipendien geben, da meine Planungen zu kurzfristig waren, um mich noch zu bewerben. Auslands-Bafög hat meines Wissens nach weniger strenge Kriterien als im Inland, so dass alle in Deutschland Bezugsberechtigten eine Zusage erwarten können und auch einige hier nicht Berechtigte. Stipendien benötigen auch viel Vorlauf, Glück und Geduld. Eine Übersicht über Stiftungen bietet der DAAD (www.daad.de oder www.stiftungsindex.de)
Neuseeland – Aotearoa (Land der langen weißen Wolke)
Bevor ich auf Auckland und die Uni eingehe hier zunächst einige Fakten über Neuseeland: Neuseeland liegt ca. 20000 km von Deutschland entfernt auf der anderen Seite der Erde und hat eine Fläche von knapp 270000 km², was ca. 10% mehr als das ehemalige Westdeutschland ist. Die ca. 4,2 Millionen Einwohner verteilen sich ungleichmäßig auf die beiden Hauptinseln, weil die beiden größten Städte (Auckland, ca. 1,3 Mio und die Hauptstadt Wellington, ca. 400 000 Einw.) beide auf der Nordinsel liegen, obwohl die Südinsel deutlich größer ist. Im Bild rechts: Blick vom NorthHead über den Hafen auf die Innenstadt von Auckland mit dem zentralen Skytower. Die Erstbesiedlung durch Menschen liegt erst ca. 1000 Jahre zurück und geschah durch Polynesische Seefahrer, aus deren Nachfahren sich die Ureinwohner Maori bildeten. Erst 1769 nahm James Cook Neuseeland für die Queen in Besitz, die noch heute offizielles Staatsoberhaupt ist. Regiert wird Neuseeland jedoch durch die Premierministerin Helen Clark aus der Labour Partei (Sozialdemokraten). Nach einer Krise und dem Zusammenbruch einer sozialistischen Regierung in den 80er Jahren geht es Neuseeland heute wirtschaftlich gut und politische Diskussionen sind im Vergleich zu Deutschland oft erfrischend „unwichtig“ (Änderung der Fahne, Nationalhymne, Rauchergesetze), werden aber mit großem Ernst über Jahre geführt. Wegen der oft gewaltsamen Aneignung von Land durch frühe Siedler und die Krone ist die Entschädigung der Maori immer noch ein nicht vollständig gelöstes politisches Problem. Insgesamt ist die Gesellschaft sehr multikulturell (Jeder fünfte Neuseeländer, in Auckland sogar jeder 3., wurde außerhalb Neuseelands geboren!), trotzdem sind Neuseeländer stolz auf ihr Land und nennen sich selbst gerne “Kiwis“ (die Früchte heißen Kiwifruit) nach ihrem flugunfähigen Wappenvogel. Der neuseeländische Akzent ist dem Australischen sehr ähnlich, meistens nicht allzu schwer zu verstehen und spiegelt die lockere, freundliche und relaxte Lebenseinstellung der Kiwis wider. Ein gutes Beispiel für diese freundliche Einstellung der Kiwis ist vielleicht meine Begegnung in der Hauptfiliale der National Bank of New Zealand. Ich wollte neben meinem Studentenkonto noch ein kleines Schließfach für Pass und Rückflugticket eröffnen und wurde nach kurzem Warten zu einer netten älteren Dame in den Tresorkeller geschickt. Neben den Formalien zur Schließfacheröffnung unterhielten wir uns ein wenig und sie erzählte, dass sie vor vielen Jahren mal in Frankfurt bei der Dresdner Bank gearbeitet hätte, wie schön es damals dort war usw.. Voller Stolz auf ihr Land meinte sie dann aber, Neuseeland wäre noch schöner “ You know, everybody is equal here“ und ich sollte doch am besten gar nicht mehr nach Deutschland zurückgehen. Auf meinen Einwand mit möglichen Visumproblemen sagte sie nur, es gäbe doch genug hübsche “Kiwi-Girls“ und ich sollte halt eins davon heiraten und dann immigrieren. Über die fröhliche und ganz selbstverständlich gemachte Aussage „hier ist jeder gleich“ - die den Unterschied zu Deutschland in Bezug auf Sozialneid und positiver Lebenseinstellung zeigt - habe ich später noch öfter nachgedacht, wenn ich auf einer Wanderung zufrieden in einer Hütte saß und mich mit Kiwis, Deutschen oder anderen Reisenden unterhielt: Neuseeland wäre wirklich das einzige Land, in das ich mir eine Emigration vorstellen könnte. OK, wieder zu den Fakten: Währung ist der New Zealand $, der etwas mehr als 0,5 € wert ist. Die wichtigsten Industrien sind Tourismus und Landwirtschaft (Schaf-, Rind-, Rotwildzucht, Kiwi- und anderer Obstanbau) Wegen seiner isolierten Lage achtet Neuseeland peinlich genau auf die mögliche Einschleppung fremder Pflanzen, Tiere und Krankheiten. Die Eltern eines Freundes hatten bei der Einreise zwei Äpfel in ihrem Rucksack vergessen und zahlten für jeden 100 $ Strafe, bevor sie vernichtet wurden! Auch Camping-Ausrüstung ist kritisch, besonders Wanderschuhe (die falls vorhanden unbedingt mitgebracht werden sollten! – ansonsten extrem günstig im Warehouse zu bekommen!) und Zelte werden gerne unter die Lupe genommen und sollten vor Abflug sehr gründlich gereinigt und am besten direkt auf dem Flug getragen werden (die Schuhe, nicht das Zelt ;-) Das Klima in Neuseeland wird für den Norden oft noch als subtropisch beschrieben. Der Sommer ist auch sehr schön, im Winter wird es jedoch auch deutlich unter 10 Grad und auf der Südinsel gibt es regelmäßig Frost, was in Auckland eher die Ausnahme ist. Allerdings ist Auckland wegen seiner Lage zwischen zwei Ozeanen berühmt für seine vielen kurzen Schauer, so dass man wirklich nie ohne einen Regenschirm aus dem Haus gehen (und sich bloß nicht auf die Wettervorhersage verlassen) sollte! Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt im neuseeländischen Winter zu Semesteranfang (Juli) +10 Stunden. Ab November kommen die Sommerzeit und deutsche Winterzeit hinzu, so dass der Zeitvorsprung genau 12 Stunden beträgt. Nationalsport ist Rugby und die Nationalmannschaft „All Blacks“ eine der besten weltweit. Die Natur in Neuseeland ist einmalig, da sich nach der Trennung vom Urkontinent vor 70 Mio. Jahren völlig eigene Tier- und Pflanzenarten entwickelt haben (Laufvögel, Baumfarne..). An vielen Stellen im ganzen Land ist aktiver oder erloschener Vulkanismus zu beobachten. Probleme bereiteten mir oft die Maori-Ortsnamen, die ich mir meist nur mit Eselsbrücken merken konnte.
Auckland
Auckland liegt in der Nordhälfte der Nordinsel an ihrer schmalsten Stelle, so dass es sowohl am Pazifischen Ozean als auch an der Tasman-See liegt. Als einzige echte Großstadt hat es den wichtigsten internationalen Flughafen des Landes und nimmt die meisten Zuwanderer auf. Als Flächenstadt besitzt es zwar kaum Hochhäuser, ist aber trotzdem nicht unbedingt schön zu nennen (ich würde es Duisburg aber vorziehen ;-). Größtes Problem ist die Verkehrssituation. Der ÖPNV besteht ausschließlich aus Bussen, was zur Rushhour natürlich weniger zuverlässig funktioniert als (U-) Bahnen und die Luft recht stark belastet. Eine Freundin aus Berlin hatte tatsächlich deutlich stärkere Asthma-Probleme als zu Hause. Schöne Seiten sind die vielen Parks inklusive erloschener Vulkankegel, wie z.B. Mount Eden mit tollen Ausblicken, und die Lage an gleich zwei Meeren, was einen Bestand von etwa 60 000 Segelbooten rechtfertigt. Aucklands großer Vorteil ist seine günstige Lage, die Tages- oder Wochenend-Ausflüge an die Strände im Norden ebenso erlaubt wie zur landschaftlich schönen Coromandel Halbinsel, den Tongariro- und Taranaki Nationalparks mit 2700 m hohen Bergen (Im Sommer toll zum Wandern, im Winter beliebte Skigebiete!) und zu Touristenzielen wie dem vulkanisch aktiven Rotorua, dem am größten See gelegenen Taupo oder Waitomo mit seinen weltberühmten, von Glühwürmchen bewohnten Höhlensystemen. Aber auch in direkter Nachbarschaft gibt es lohnende Ziele wie den Strand in Mission Bay, die Waitakere Ranges und kleine vorgelagerte Inseln (Waiheke, Tiritiri Matangi (Vogelreservat), Rangitoto, Great Barrier...) die wirklich alle einen Besuch lohnen! Das Stadtzentrum von Auckland (Central Business District, CBD) liegt rund um die Einkaufsstraße Queenstreet, in deren Nähe liegen so gut wie alle Hochhäuser Aucklands, das Wahrzeichen Skytower und der Hafen. Daran lagern sich die anderen Ortsteile und Vororte an, die bis zur ca. 15km entfernten anderen Küste reichen. Eine aus deutscher Sicht ungewohnte Regelung verbietet den öffentlichen Alkoholkonsum innerhalb des CBD.
Ankunft
Um Probleme nach einem langen Flug zu vermeiden, empfiehlt es sich, eine Bleibe für die ersten Nächte vorgebucht zu haben (Backpacker oder Uni-Accommodation). Nach der Ankunft am Flughafen Auckland ist der “Airbus“ (6-22 Uhr) der günstigste Weg in die Stadt. Er hält auch an der Universität direkt vor einer kleinen Kirche; von dort sind es nur noch 30 m quer durch einen kleinen Park hinunter zum älteren aber überschaubaren und günstigen Downtown Backpackers. Aber auch jeder andere Backpacker ist mit dem Airbus erreichbar. Nach Aussagen einiger Freunde scheint es keinen rundum guten und schönen Backpacker in Auckland zu geben – ganz im Gegensatz zu fast allen anderen Städten die ich in Neuseeland besucht habe. Die Uni bietet auch einen Empfangs-Service, den ich jedoch nicht in Anspruch genommen habe und daher nicht bewerten kann. Bei Flügen mit 20 kg Gepäcklimit kann man Pakete bis 20 kg aus Deutschland per Post für ca. 80 € schicken. Postlagernde Pakete sind ebenfalls recht günstig möglich (“Poste restante“, http://www.nzpost.co.nz). Die Laufzeit kann (ohne teure Express-Option) zwischen einer und vier Wochen schwanken.
Wohnen
Als Student hat man sich zunächst einmal zwischen der Möglichkeit eines Studentenwohnheims, einer Wohnung bzw. WG (“flatting“) oder einer Gastfamilie zu entscheiden. Ich habe für 117 $ pro Woche plus Strom und Wasser in einer WG mit zwei 7 norwegischen Studentinnen im Vorort Kingsland gewohnt. Ich halte flatting auch im Nachhinein für die beste Lösung und es ist oft auch eine gute Gelegenheit, Kiwis kennen zu lernen, die man im Wohnheim (s.u.) kaum trifft. Das Wohnungsangebot insgesamt ist ausreichend, allerdings wird es direkt vor Semesterbeginn etwas schwieriger, eine günstige Bleibe zu finden. Ich würde deshalb empfehlen, schon eine gute Woche vor Beginn der Orientation Week, also 2 Wochen vor Semesteranfang, anzureisen, was einem mehr Zeit und Auswahl bei der Wohnungssuche gibt und Gelegenheit, Auckland schon einmal ein bisschen kennen zu lernen. Nach der Ankunft kann man ein paar Tage gut in einem der Backpacker Aucklands übernachten - ich war wie erwähnt in dem kleinen und recht alten aber sehr günstig und nahe der Uni gelegenen Downtown Backpackers (www.backpackers.co.nz) für 18$ pro Nacht (bei mitgebrachtem Schlafsack). Meine Wohnungssuche fand hauptsächlich im Internet statt, da die Aushänge im Accommodation Office der Uni recht spärlich waren. Die wichtigste Tageszeitung ist der New Zealand Herald (www.nzherald.co.nz). Eine kostenlose Seite wo man auch selbst Anzeigen aufgeben kann ist www.flatfinder.co.nz. www.nzflatmates.co.nz kostet Gebühren, wenn man die Kontaktdaten zu einer Wohnung abrufen möchte. Der lokale Radiosender 95bfm veröffentlicht online an einigen Tagen der Woche morgens ebenfalls kostenlos private Anzeigen. Auf Grund der großen Ausdehnung von Auckland sollte man bei der Wohnungssuche als erstes auf die Ortsteile achten, da z.B. eine Wohnung in Ellerslie oder Northshore eine mehr als halbstündige Busfahrt plus ungewisser Wartezeit bedeutet. Der von der Uni mit der Einladung automatisch verschickte Student Accommodation Guide enthält eine Übersichtskarte von Auckland mit den wichtigsten Ortsteilen. Die Preise für WGZimmer liegen im Allgemeinen zwischen 100 und 150$ pro Woche, natürlich mit Ausreißern nach oben und (selten) unten. Da die Uni sehr zentral liegt, sind Mieten in direkter Uni-Nähe gleich aus zwei Gründen recht teuer. Kingsland bot für mich den Vorteil, dass es noch am Rand der ersten Zone für Busfahrkarten lag und eine einfache Fahrt so nur 1$ kostete. Laufen dauerte ca. 40 Minuten, was am Wochenende eine Alternative nach den Nachtbussen bot. Am beliebtesten unter den Stadtteilen rund um die Uni sind unter Studenten Parnell (Nähe Uni/Innenstadt, Kneipenviertel, jedoch oft recht teuer), Grafton (Uni-Nähe (bes. medizinische Fakultät)), Grey Lynn (ebenfalls noch relativ nahe an der Uni) und Ponsonby (In-Viertel mit vielen Geschäften und Cafes). Der Accommodation Guide der Uni enthält außerdem eine Liste aller Wohnheime (Halls of Residence). Problem: Für weniger als ein Jahr vermietet praktisch nur der Railway Campus. Ein umgebauter alter Bahnhof mit Betten für ca. 400 Stundenten in kleinen WGs oder Studios. Er hat den großen Vorteil, dass man innerhalb weniger Stunden dutzende andere neu Eingezogene aus aller Welt (komischerweise kaum Asiaten) kennen lernt und den Rest des Semesters praktisch jeden Tag zwischen verschiedenen Parties oder Kneipentouren wählen kann und wirklich nie alleine sein muss. Außerdem liegt der Railway Campus nur 10 Gehminuten von der Uni und 2 vom nächsten Foodtown entfernt. Für mich sprachen aber mehrere Gründe gegen den Railway: Zunächst der exorbitante Preis von 180$ pro Woche für ein WG-Zimmer sowie die aufwendige und sehr frühzeitige Anmeldung mit Unterschrift des ehemaligen Schulrektors (!!) zur Bescheinigung sozialer Kompetenz. Außerdem sind die Railway-Verträge langfristig. Man kann also nicht nur für einen Monat einziehen und sich dann etwas Neues suchen (Ausnahme: Vor Semesterbeginn!). Nachdem ich im Verlauf des Semesters mehrere Bewohner kennen gelernt hatte kamen noch die Gründe hinzu, dass man 1. einfach zu schnell abgelenkt wird durch ständig offene Türen, Geburtstage, Kochabende oder Kneipenbummel und kaum dazu kommt, die umfangreichen Hausarbeiten zu machen (man lässt sich ja schließlich auch gerne ablenken...) und 2. die Verwaltung zu sehr auf 18jährige Studienanfänger abgestimmt ist. Es gibt regelmäßige „Inspektionen“ der Zimmer, Küchen und Toiletten mit Mahnungen zur Reinigung, die bei Nichteinhaltung durch eine zu bezahlende Putzfrau erfolgen und zum Rausschmiss führen können. Die Möglichkeit der Unterbringung in Gastfamilien kann ich nicht gut einschätzen. Alle Freunde die so wohnten waren sehr zufrieden, allerdings hat man natürlich nur sehr bedingte Auswahlmöglichkeiten und wohnt oft etwas außerhalb. Die Kosten betragen ebenfalls ca. 180$ wöchentlich, beinhalten aber alle Kosten incl. Essen und möbliertem Zimmer. Ein Freund hatte eine relativ günstige Unterkunft in einer Pension in Grafton, für mich sprachen jedoch die meist älteren Bewohner und das sehr unpersönliche Flair dagegen. Was mich anfangs überraschte, war die relative Kälte in den Wohnhäusern. Das zweite Semester beginnt mitten im Winter (Juli), und obwohl Auckland recht hoch im (vergleichsweise wärmeren) Norden von Neuseeland liegt, war es oft unter zehn Grad kalt. Wegen der vorherrschenden Holzbauweise mit minimaler bzw. ohne jede Isolation plus Einfachverglasung in Wohnhäusern kann es vor allem nachts wirklich kalt werden, wenn man nicht Unmengen Strom mit den weit verbreiteten kleinen Elektroheizern verschwenden will. Es empfehlen sich also ein paar wärmere Kleidungsstücke und Hausschuhe oder dicke Socken; mir leistete auch mein Schlafsack zusätzlich zur günstig erstandenen (Sommer-) Decke gute Dienste.
Geld
Die Lebenshaltungskosten für einen Studenten sind im Großen und Ganzen ungefähr vergleichbar mit denen in Deutschland. Deutlich billiger sind Benzin (50%!) und Gebrauchtwagen, was beides vermutlich nicht sonderlich ins Gewicht fällt (s. Verkehr). Auch Aktivitäten wie Kinogänge sind günstiger, jedoch sind einzelne Lebensmittel (z.B. Milch) deutlich teurer als bei deutschen Discountern. Zusätzliche einmalige Kostenfaktoren für mich waren Einrichtungsgegenstände (Matratze, Stuhl, Bettwäsche usw., natürlich abhängig von der Wohnsituation) und Ausflüge am Wochenende und im zweiwöchigen Midsemester-Break. Wohnheimpreis-verwöhnt war auch die Miete für mich teurer als in Deutschland, was man durch die pro Woche angegebenen Preise vielleicht zunächst übersehen kann. Da Auslandsüberweisungen teuer sind, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor der Abreise ein kostenloses Studenten-Konto bei der Deutschen Bank zu eröffnen. Sie ist die einzige mir bekannte deutsche Bank, von der man in Neuseeland kostenlos Bargeld an den Automaten („ATM“) aller Westpac-Filialen abholen kann. Alle anderen deutschen EC-Karten funktionieren ebenfalls, kosten aber pro Abbuchung ca. 5€ Gebühren! Die Eröffnung eines Studentenkontos, um das abgeholte Bargeld einzahlen zu können (z.B. bei der National Bank of New Zealand mit Filiale an der Uni) ist ebenfalls kostenlos und ermöglicht Dinge wie automatische wöchentliche Überweisungen der Miete und die Nutzung von Eftpos (mit unserer EC-Karte mit PIN vergleichbar, gebührenfrei und fast überall angeboten). Das Mieten eines kleinen Schließfachs für Reisepass, Rückflugticket usw. kostet nur wenige $ wenn erwünscht. Kreditkarten werden zwar fast überall akzeptiert, ich halte sie aber wegen der anfallenden (Auslands-) Gebühren und der ebenfalls bargeldlosen Eftpos-Möglichkeiten für nicht erforderlich bzw. sinnvoll.
Einkaufen
In Auckland gibt es keine mit Deutschland vergleichbaren kleineren Supermärkte, sondern fast ausschließlich große Ketten wie Foodtown oder PAK’n’SAVE, die teilweise 24/7 geöffnet haben! Foodtown ist sehr verbreitet und ich würde ihn mit Rewe vergleichen. Die Läden sind allerdings riesig! Nach Beantragen der kostenlosen One-Card gibt es jede Woche eine Reihe sehr günstiger Angebote. PAK’n’SAVE ist mit Aldi vergleichbar. Hochregale mit Paletten und „New Zealands lowest Foodprizes“. Allerdings gibt es nicht so viele Filialen wie von Foodtown, so dass man ohne Auto evtl. außer Reichweite ist bzw. längere Umwege mit dem Bus in Kauf nehmen muss. Auf Grund ihrer Größe liegen aber auch die einzelnen Foodtowns auch nicht allzu nah beieinander. Ich bin nach der Uni meist mit dem kostenlosen City Circuit Bus zur Queenstreet gefahren und von da zu Fuß zum Foodtown an der Quay Street gelaufen, bevor ich den Bus nach Hause genommen habe. Nach einiger Zeit lernt man aber sicher jemanden mit Auto kennen, so dass sich gemeinsame Einkaufsfahrten einrichten lassen. Natürlich gibt es auch kleine „Tante-Emma-Läden“ und Kioske, die auch oft lange geöffnet sind. Sie heißen Dairy und sind generell sehr teuer. Billigheimer mit Kultfaktor ist das Warehouse („Where everyone makes a bargain“). Eine große Niederlassung liegt direkt am Hafen-Ende der Queenstreet und sollte die erste Adresse bei Kleinigkeiten für die Wohnungseinrichtung sein, wenn sie nicht länger als ein Semester halten müssen. Meine Wanderschuhe kaufte ich dort für 59$ und war über ein Jahr lang sehr zufrieden! Ansonsten bietet sich bei Outdoor-Einkäufen der Spring-Sale bei “Kathmandu“ an. Es gibt allein in Auckland mehrere Filialen und mit 50% Rabatt sind viele gute Artikel wirklich erschwinglich, Einkaufs-Tipps oder günstige gebrauchte Ausrüstung geben sonst gerne auch die Clubs (s.u., z.B. Tramping, Climbing, Kayaking...). Für Gebraucht- Gegenstände evtl. auch nützlich: www.trademe.co.nz, das neuseeländische Ebay. Noch ein Wort zum Alkohol: Viele Läden stellen sich mit dem Verkauf sehr an, so dass man häufig seinen Ausweis vorzeigen muss (Führerschein wird teilweise nicht akzeptiert). Foodtown hat z.B. nur Bier und Wein, deshalb gibt es immer noch viele Liquor Shops. Gesetzliches Mindestalter für Alkoholabgabe ist 18 Jahre. Man kann auch einen extra- Ausweis (18plus Card) beantragen, um seine Volljährigkeit beweisen zu können, dies kostet jedoch eine einmalige Gebühr. Das Schild “licensed“ an einem Cafe oder Restaurant bedeutet, dass es berechtigt ist Alkohol auszuschenken; BYO steht für bring your own, man kann also eigenen Wein mitbringen und zahlt manchmal eine geringe „Entkorkungs-Gebühr“.
Verkehr
Neuseeland hat den englischen Linksverkehr. Wie schon erwähnt hat Auckland ein Verkehrsproblem. Autos sind günstig (800-1000 $ für einen alten aber fahrtüchtigen Japaner, ab 2000 $ für einen alten Van) und Benzin und Diesel kosten nur etwa die Hälfte der deutschen Preise! Allerdings ist Parken an der Uni sehr teuer und oft trotzdem voll. Für Einkäufe und Ausflüge kann ein Auto natürlich trotzdem sinnvoll sein. Bei Aufenthalten von mindestens einem Jahr kann sich evtl. auch der Erwerb eines neuseeländischen Führerscheins lohnen, der deutliche Einsparungen bei der Versicherung bringen soll. Eine Versicherung ist zwar nicht vorgeschrieben, aber meiner Meinung nach insbesondere wegen der anfänglichen Umstellung auf den Linksverkehr unverzichtbar. Fahrräder sind eine nicht optimale Alternative, da Auckland recht hügelig ist, die Busfahrer nicht besonders rücksichtsvoll agieren und der Verkehr insgesamt recht gefährlich ist. Deshalb gilt für Radfahrer seit einigen Jahren die generelle Helmpflicht. Der Busverkehr ist etwas gewöhnungsbedürftig aber brauchbar. Die Busse sind alt, halten an den Haltestellen nur auf Knopfdruck (bzw. zum Einsteigen auf Handzeichen!) und die Stops werden nicht angesagt. Auf der Fahrt zu einem unbekannten Ziel benötigt man also entweder eine gute Karte oder fragt den Fahrer. Unter www.rideline.co.nz gibt es eine Routenplanung, die nicht an die des VRR heranreicht, insgesamt aber recht brauchbar ist und zumindest Anhaltspunkte über die nutzbaren Linien gibt (sowie eine Entfernungs- und Zeit-Angabe zu Fuß!). An der Uni gibt es ein Büro der städtischen Busfirma Stagecoach, wo man als Student leicht vergünstigte wiederaufladbare Mehrfach-Karten kaufen kann und kostenlose Fahrpläne für hunderte Buslinien ausliegen. Die Busfahrpläne sind jedoch recht ungenau, stellen für die meisten Haltestellen ausdrücklich nur Orientierungszeiten dar und bieten keine Hilfe, wenn man nicht weiß, welche Linie zum gewünschten Ziel fährt, weshalb man am Anfang etwas Eingewöhnungszeit einplanen sollte. Ab ca. 80 $ gibt es auch Monatsfahrkarten, was sich ab einer Entfernung von Stage 2 bei täglichen Fahrten zur Uni lohnen dürfte. Neben Stagecoach gibt es noch die kleinere private Busgesellschaft Howick & Eastern, den Link-Bus, der einen Kreis um die Stadt fährt und pauschal 1,40 $ kostet, den erwähnten kostenlosen City Circuit werktags von 8 bis 18 Uhr und den Niterider, dessen verschiedene Linien freitags und Samstags nachts zwischen 12 und 3 Uhr, für 4 $ von der Queenstreet in die Vororte fahren. Ein interessantes Erlebnis nach einer feucht-fröhlichen Nacht kann auch eine Taxifahrt sein, da es in Neuseeland erlaubt ist, Radarwarner zu installieren, was einige Taxifahrer zu einem Kamikaze-artigen Fahrstil ermuntert...
Telefon und Internet
Von Privat-Telefonen sind Ortsgespräche kostenlos, Modem-Flatrates gibt es deshalb schon ab 12 $/Monat, Gespräche von Telefonzellen sind aber immer recht teuer. Ich habe mir daher für 25 $ eine Prepaid-SIM von Vodafone gekauft, die ich in meinem deutschen GSM-Handy benutzen konnte. Die netzinternen Gesprächskosten und Gespräche innerhalb Neuseelands sind erstaunlich günstig, SMS (weltweit) kosten nur 0,2 $ und sind gerade bei der Wohnungssuche sehr hilfreich, da ein Gespräch deutlich mehr kostet und für eine kurze Anfrage in einer WG nicht notwendig ist. Es gibt ein zweites Mobilfunk-Netz von der ehemals staatlichen Telecom, das ist (war?) jedoch analog und dementsprechend nicht kompatibel zu GSM-Telefonen. Da Vodafone Gespräche durch China zu routen scheint, ist die Sprachqualität von und nach Europa häufig unerträglich! Es bietet sich daher an, eine der vielen verschiedenen prepaid- Telefonkarten zu kaufen, mit denen man über eine kostenlose Einwahlnummer für 0,03 bis 0,2 $ vom Handy oder Festnetz nach Deutschland (und natürlich überall anders hin) telefonieren kann. Recht günstig sind hier die GOtalk-Karten, die es für 10, 20 und 50 $ in allen Dairys und Kiosken gibt, die Preise ändern sich aber natürlich. Breitband-Internet ist in Neuseeland generell eigentlich teuer und oft nicht zu bekommen. Die Ausnahme bildet Auckland, dessen über 200m hoher Skytower relativ günstige Funkstrecken ermöglicht. Es gibt verschiedene Anbieter, von denen es bis zu 2 Mbit symmetrische Anbindungen gibt, die mit 10 GB Volumenbegrenzung ab ca. 120$ erhältlich sind. Problematisch können hier Mindestvertragslaufzeiten sein. Das Internet an der Uni ist unverschämt teuer. Tagsüber fallen pro MB über den Zwangsproxy pauschal 0,1$ an, nachts (20-8 Uhr) immer noch 0,04 $! Das Uni-interne Netz und Mailsystem sind kostenlos, jedoch scheinen deutsche Anbieter wie GMX Mails mit neuseeländischer Absenderadresse automatisch als Spam zu behandeln! Außerdem bietet das Mailsystem nur IMAP-Postfächer an und kein POP3. Es gibt ein relativ gut ausgebautes Wireless LAN für Notebooks auf dem Campus, wo die gleichen Gebühren anfallen, durch Portsperren jedoch ebenfalls kein SMTPZugriff auf externe Mailserver wie GMX o.ä. möglich ist.
Generelle Tipps und Kleinigkeiten
Hier noch eine Sammlung der Sachen, die man vielleicht sonst beim Packen vergisst: Mir hat eine deutsche Mehrfachsteckdose gute Dienste geleistet! Das Stromnetz bietet wie in Deutschland 240V, man benötigt jedoch wegen der (etwas eigenartigen) Steckdosenform einen Adapter. Will man gleichzeitig einen Laptop und sein Handyladegerät oder andere mitgebrachte Elektrogeräte betreiben benötigt man sonst schnell mehrere Adapter, die in NZ ca. 20$ kosten. Für die technisch Interessierten: Zum kostensparenden Abruf der Mails von Anbietern wie GMX und Web.de bieten sich (falls man keinen Laptop mitbringt) Programme wie Thunderbird portable oder Pegasus an, um die man sich schon vor der Abreise kümmern kann. Diese können ohne Installation (also auch von einem Netzlaufwerk oder USB-Stick) aufgerufen werden und ohne Werbeeinblendungen und anderen Schnickschnack Mails zumindest abrufen. Allein die Werbung und Webinterface können sonst leicht jedes Mal ein MB Übertragungsvolumen kosten. Eine Weiterleitung der Mails an den kostenlos erreichbaren Uni-Mailaccount ist ungünstig, da die Mails nur über IMAP zugänglich sind, also nicht lokal gespeichert werden und nach dem Ende des Auslandssemesters nicht mehr abrufbar sind. Weil ich keine Link-Liste zusammengefasst habe hier noch der für Hausarbeiten wichtigste Link zu einem online-Wörterbuch: http://dict.leo.org. Wie auch bei Webmail kann man durch Ausblenden der Werbung oder Deaktivieren von Bildern im Browser Gebühren sparen. Um nicht extra eine Überschrift Alkohol einfügen zu müssen an dieser Stelle meine persönliche Bierempfehlung: Speight’s Gold Medal Ale, das am ehesten vielleicht mit Potts Landbier zu vergleichen ist. Es kommt von der Südinsel (Dunedin, Brauereiführung sehr empfehlenswert) und ist seinen etwas höheren Preis absolut wert. Beim Thema Kneipen denke ich als Nichtraucher immer noch gerne an die gute Luft zurück – seit Dezember 2004 gilt ein generelles Rauchverbot in Kneipen und öffentlichen Gebäuden. Die Raucher wird das (neben den hohen Tabakkosten) vielleicht zunächst stören, meiner Erfahrung nach tut es der Stimmung jedoch keinerlei Abbruch und wurde überall sehr schnell akzeptiert.
The University of Auckland
Die Uni Auckland ist die größte Uni Neuseelands mit der größten und angesehensten Computer Science Fakultät. Der große City-Campus liegt wenige Gehminuten durch den Albert Park vom Stadtzentrum entfernt, der relativ neue Tamaki-Campus liegt östlich der Stadt „im Grünen“ und ist mit einem kostenlosen Shuttle-Bus zu erreichen. Hier finden viele Undergraduate-Lehrveranstaltungen der Science Faculty statt. Der nahe gelegene Grafton Campus wird hauptsächlich von der medizinischen Fakultät genutzt. Meine Vorlesungen fanden ausschließlich am City Campus statt. Wie gesagt kostet das Studium in Neuseeland grundsätzlich Gebühren und die hohen Gebühren für ausländische Studenten haben insbesondere durch den riesigen Zustrom asiatischer Kommilitonen die Universitäten zu Neuseelands zweitwichtigsten Devisenbringern gemacht!! Dementsprechend verstehen sich die Unis als Dienstleister für Studenten und bemühen sich, möglichst günstige Studienvoraussetzungen zu schaffen. In direkter Konkurrenz zu Australien ist das Studium momentan noch etwas günstiger, jedoch steigen die Gebühren jedes Jahr ohne offensichtlichen Grund und trotz AStA („AUSA“)-Protesten um ca. 4%. Dafür wird aber auch Einiges geboten!
- Eine effiziente und durchdachte Organisation!!
- Schon zur Bewerbung erhält man einen online-Account, über den man jederzeit den Stand seiner Bewerbung einsehen und Mitarbeiter kontaktieren kann. Weiterhin kann man darüber seine Kurse wählen, Stunden- und Klausur-Pläne einsehen (mit Kollisionsanzeige), später seine Noten abrufen, seine Adressdaten ändern, Bescheinigungen beantragen... - Es gibt ein Uni-weit einheitliches Lernsystem, das nach dem Login die von mir belegten Kurse anzeigt. Professoren laden dort Skripte, Hausarbeits-Aufgaben und – Ergebnisse sowie Mitteilungen hoch, es gibt ein Kurs-internes Forum, Chat usw.
- Egal an welchem Uni-Rechner man sich mit seinem Account anmeldet, man hat immer Zugriff auf seine Netzlaufwerke und dort gespeicherte Daten. Kosten für Internet, Drucke und Kopien werden von getrennten Konten abgezogen, auf die man automatisch am Servicepoint oder am Schalter Geld einzahlen kann. Guthaben lässt sich zwischen den drei Konten online verschieben. Je nach belegten Kursen bekommt man ein gewisses Freikontingent für Druck oder Internet, was sich dann nicht verschieben lässt.
- Das erst knapp zwei Jahre „alte“ Kate Edger Information Commons (benannt nach der ersten Frau, die hier ihren Abschluss erhielt) bildet das Zentrum des City Campus, ist bis Mitternacht geöffnet und enthält mehr als 500 PC-Arbeitsplätze, Stillarbeitsräume, Service- Büro bei Problemen mit Netzwerk-Account o.ä., Gruppenarbeitsbereich, Post, Bank, Friseur, Supermarkt (teuer), Arztpraxis, ein schönes Cafe und das International Office, in dem sich ausländische Studenten treffen können, Fragen stellen und Informationen bekommen.
- Das Recreation Centre bietet eine große Turnhalle, Kraftraum, Squashcourts und ein Angebot an Kursen von Aerobic bis Massage. Mitgliedschaften können für ein Semester oder Jahr erworben werden oder man kauft ein Tagesticket oder eine Zehnerkarte.
- Für ausländische Studenten gibt es einen wöchentlich vom International Office herausgegebenen email-newsletter mit Freizeit-Angeboten und anderen Neuigkeiten (internationale Filmwoche, Teestunde mit Uni-Clubs, Einführung in „Kiwi-Sportarten“ oder Maori-Kultur incl. Haka-Kriegstanz, Reiseangebote, Segelkurse...)
- für 10 $ Semestergebühr kann man freiwillige zusätzliche Kurse in Englisch, Textgestaltung oder Studiumsorganisation belegen.
- Postgraduate-Studenten erhalten in fast allen Fakultäten Magnetkarten, die rund um die Uhr Zutritt zu Labors mit PCs und Arbeitsplätzen ermöglichen
- Ebenfalls für Postgraduate-Studenten gibt es Fach-Bibliothekare der verschiedenen Fakultäten, die man bei Fragen zur Literatursuche kontaktieren kann
- Schließlich ist die Strata-Lounge für Postgraduates gedacht (wird allerdings nicht kontrolliert), die im obersten Geschoss des Kate Edger-Buildings liegt und eine schöne Terrasse bietet sowie innen eine angenehme Atmosphäre und Wireless-LAN für kühlere Tage
- Die große zentrale Bücherei bietet noch einmal viele stille Lern- und PC-Arbeitsplätze sowie ein umfangreiches Online-Angebot mit Recherche-Möglichkeiten in vielen wissenschaftlichen Datenbanken und einer umfassenden Datenbank für alte Klausuren aller angebotenen Vorlesungen.
- Die einzelnen Fachbereiche bieten weitere Services wie Semesterweise mietbare Schließfächer (auch beim AUSA), regelmäßige Postgrad-Frühstücksrunden, Vorträge usw.
Anstatt einer Mensa gibt es auf dem Campus (genauer: im “Quad“, einem zentral gelegenen, quadratischen Innenhof) eine Cafeteria, die neben Sandwiches auch wechselnde Tagesgerichte ab 4,50$ sowie immer Fish’n’Chips und Sushi anbietet. Zusätzlich gibt es jedoch direkt nebenan auch Restaurants eines Inders, Türken, Chinesen und Japaners, die teilweise günstige Combos mit Getränk oder für mehrere Personen anbieten. Viele Kiwis essen allerdings mittags nur ein Sandwich o.ä. und kochen abends. Am letzten Vorlesungstag des Semesters findet für AUSA-Mitglieder im Quad eine Party mit live-Musik und reichlich Dosenbier statt. Die AUSA-Mitgliedschaft ist kostenlos und kann auch bei Problemen mit der Uni oder mit Professoren Vorteile und Hilfe bieten. Eine Erwähnung wert ist auch die Uni-Kneipe Shadows, ebenfalls direkt am Quad, meist gut besucht (meist recht junges Publikum trotz Kontrollen) und relativ günstig. Eine Woche vor Vorlesungsbeginn startet die International Orientation Week, in der diverse Veranstaltungen ausländischen Studenten die Uni, die Stadt und Wichtiges über Neuseeland nahe bringen. Dies umfasst neben Führungen und Informationen über die ersten Schritte, Kiwi-Slang und die aktuelle politische Lage auch eine kostenlose Einführungsparty in einem großen Club in der Innenstadt, einen ebenfalls freien Besuch des National-Museums und zum Abschluss eine Tagesfahrt zur vorgelagerten Vulkaninsel Rangitoto Island. In dieser Zeit fällt es leicht, erste Kontakte zu anderen internationalen Studenten zu knüpfen. Die Deutschen stellen hier einen relativ großen Anteil, ungefähr vergleichbar mit den Norwegern. Außerdem gibt es noch viele Amerikaner. Die Asiaten stellen eigentlich die größte Gruppe – besonders in Computer Science, nehmen aber an Aktivitäten oft nicht teil bzw. bleiben sehr unter sich und „fallen nicht auf“. Nach der Orientation week bieten die ehrenamtlichen „Uni-Guides“ nach Anmeldung noch weitere Treffen und Führungen in kleinen Gruppen an. Bei Interesse an sportlichen Aktivitäten findet sich immer ein passender Club an der Uni. Alle Clubs unterstehen dem AUSA (Auckland University Student Association – neuseeländischer AStA) und werden teilweise auch von ihm gesponsert. Es gibt ca. 200 Clubs, die von Interessenclubs von Studierenden bestimmter Länder oder Sprachen über Bibelgruppen bis zu allen erdenklichen Sportarten und Hobbies ein breites Spektrum abdecken. Die Mitgliedschaft ist meist sehr günstig und bietet eine gute Möglichkeit, Leute kennen zu lernen und günstig Aktivitäten an den Wochenenden zu organisieren wie z.B. Wandern (heißt hier trampen und ist in der tollen Landschaft sehr empfehlenswert!!! Der Semesterbeitrag im Trampingclub ist 10$), Tauchen, Kanu fahren, sämtliche Ballsportarten, Kampfsport, Grillen (Es gibt neben einem Meat-Club auch noch einen Drinking-Club!) ) oder auch Schnick Schnack Schnuck- Turniere (!). Die Clubs organisieren in den Ferien auch oft längere Trips. Völlig unabhängig und mit einem jährlich von allen Studenten gewählten Editor agiert das kostenlose und traditionsreiche wöchentliche Studenten-Magazin Craccum, dessen Artikel so wohl in keiner Deutschen Zeitung erscheinen dürften. Neben dem Editor der Studentenzeitschrift wird auch so etwas wie ein Studentenparlament gewählt. Der Wahlkampf wird über Wochen geführt und besteht hauptsächlich aus Unmengen Flugblättern und Plakaten und in der heißen Phase aus persönlichen Gesprächen der Bewerber mit möglichst vielen potentiellen Wählern. Bei vielen Bewerbern vermutete ich als Hauptgrund für ihr Interesse den Wert eines öffentlichen Postens für den Lebenslauf (“CV“). Negativ fiel mir zunächst die ungewohnte “Kommerzialisierung“ des Studiums auf. Ist man mit einer Klausurnote nicht einverstanden, kostet die Überprüfung des Ergebnisses durch den Prüfer pauschal 50$, die Beaufsichtigung einer von der Heimatuni gestellten Klausur 120 $! Mein Problem lag hier allerdings nicht nur in der hohen Gebühr, sondern in der Zeitverschiebung. Ich hatte geplant, vier Klausuren des zweiten Semesters aus Duisburg in Auckland zu schreiben, da der neuseeländische Semesterbeginn schon vor dem Duisburger Klausur-Zeitraum lag. Im Endeffekt schrieb ich nur eine. Einen anderen Kurs konnte ich direkt in Auckland belegen und bei den zwei anderen Klausuren hatte ein Professor Bedenken bzgl. Betrugsmöglichkeiten, da das Prüfungsamt in Auckland kein zeitgleiches Schreiben ermöglichen konnte. Bei sehr langfristiger Planung gemeinsam mit dem Prüfungsamt wäre hier vielleicht eine Lösung möglich, allerdings sollte man auch die arbeitsintensiven ersten Wochen des Semesters in Auckland nicht unterschätzen. Mir fällt gerade auf, dass ich anscheinend doch einige Nachteile aufliste. Deshalb möchte ich nocheinmal betonen, dass ich das neuseeländische System dem deutschen für klar überlegen halte (insbesondere mit Blick auf die zukünftige Entwicklung) und mich an der Uni immer sehr wohl gefühlt habe.
Das Studium
Mein Aufenthalt fiel in das Wintersemester (Semester 2) von Mitte Juli bis Mitte November (incl. gut 2 Wochen Klausurzeitraum am Ende) mit 2 Wochen Mid-Semester Break. Über Weihnachten sind dann die großen Sommerferien, bevor Ende Februar das Sommersemester startet, dessen Klausuren gegen Ende Juni vorbei sind. Ein Vollzeitstudium besteht aus drei bis vier Kursen pro Semester und wirkt insgesamt mehr “verschult“ als an einer deutschen Uni, was wohl auch daran liegt, dass die Kiwis durchschnittlich schon deutlich jünger an die Uni gehen als in Deutschland. Nach der online- Einschreibung (Enrolment) kann man bis zum Ende der zweiten Semester-Woche die Kurse noch kostenlos wechseln oder streichen. Bei Nicht-Bestehen muss ein Kurs komplett noch einmal belegt und bezahlt werden. Um die “deutsche Vergünstigung“ zu erhalten, müssen alle belegten Kurse auf Postgraduate-Level ( Kategorie 6 oder 7) liegen. Dies machte es mir leider unmöglich, nicht-technische Wahlfächer wie Maori-Kultur o.ä. zu belegen, da man ohne entsprechenden Hintergrund keine Zulassung von den Fakultäten für diese Kurse erhält. Es ist vielleicht nicht für jeden Leser interessant, ich berichte hier aber dennoch einmal über die von mir besuchten Kurse. Ich habe die Veranstaltungen Advanced Computer Architecture bei dem Amerikaner James Goodman, Communication Networks bei dem Kiwi Nevil Brownlee und dem Deutschen Ulrich Speidel und Information Security Applications bei Lech Janczewski, einem eingebürgerten Polen, belegt. Professoren werden übrigens mit dem Vornamen angeredet! Trotz der geringen Anzahl von Kursen war das Semester wirklich arbeitsintensiv. Wie in Deutschland stand am Ende jedes Kurses eine Klausur. Zusätzlich gab es jedoch während des gesamten Semesters Hausarbeiten (Assignments) und Projekte, deren Noten in die Endnote eingingen. Comp. Architecture beinhaltete ein praktisches Projekt, eine längere Ausarbeitung über ein aktuelles Thema (wahlweise ein Gruppen-Projekt) und einen Test zur Semester- Mitte. Communication Networks stellte drei Assignments zu den Vorlesungsthemen. Für Security war jede Woche ein kleineres Assignment von 2 - 5 Seiten zu schreiben sowie ein Gruppenprojekt mit abschließender automatisch ablaufender Präsentation und ein individuelles Projekt mit Bericht und Präsentation. Das Problem von mir und vielen anderen Deutschen war, dass wir nicht an so viele und terminlich eng zusammenliegende Ausarbeitungen und Projekte gewohnt waren und uns im Nachhinein betrachtet zu viel Arbeit mit jedem Einzelnen gemacht haben. Viele Kiwis begannen je nach Umfang erst zwei oder drei Tage vor Abgabetermin, ernsthaft für ein Projekt oder ein Assignment zu arbeiten, während wir Deutschen uns um zuviel „Perfektion“ bemühten (allerdings natürlich auch länger für die englische Formulierung benötigten). Gegen Semester-Ende war es dabei völlig normal, dass das Computer-Labor nachts bis zum letzten Bus rappelvoll und danach bis zum Morgen immer noch gut gefüllt war! Insgesamt lässt sich sagen, dass alle Fächer dadurch deutlich praktischer und weniger Theorie-lastig waren als in Deutschland. In Security hielten ein auf Computer- und Online- Recht spezialisierter Richter und der Gründer einer Computer-Forensik-Firma als Gastdozenten jeweils eine sehr interessante Vorlesung. Besonders angenehm fand ich die praktischen Bezüge auch bei Advanced Computer Architecture, wo wir konkrete Themengebiete wie Parallel- und Supercomputer behandelten, indem wir wegweisende (teilweise auch recht alte) Artikel zum jeweiligen Gebiet lasen, deren wichtige Denkanstöße und Folgeentwicklungen behandelten, in welchen Architekturen diese Technologien wie eingesetzt wurden und was die Auswirkungen auf den aktuellen Stand der Technik sowie Neuentwicklungen sind. Für mich war dieses Semester das erste Mal, dass ich wissenschaftliche Artikel in Datenbanken der ACM, IEEE o.ä. gesucht habe. Gleichzeitig brachte ein Programmier-Projekt direkte Einblicke in die praktischen Auswirkungen der Architektur wie Befehlssatz-Entwicklung, Cache- und Speicher-Organisation usw. auf die Programmentwicklung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Fächer immer den Blick auf praktische Implementierungen oder Beispiele boten und deutlich weniger abstrakte Mathematik als aus Duisburg gewohnt. Für mich sehr angenehm und interessant, jedoch bei der Kurswahl ein ziemliches Problem, das die Suche nach ähnlichen Vorlesungen wie den im Lehrplan für das dritte Semester vorgesehenen sehr erschwerte! Sollte sich auf den ersten Blick nichts Passendes finden, können Nachfragen bei der Fakultät noch Erfolg versprechen, da z.B. Advanced Computer Architecture im Online-Angebot als „special topic in computer science 703“ geführt wurde und ich erst auf Nachfrage das aktuelle „topic“ dieses Semesters erfuhr. Die Kursgröße im Postgraduate Bereich liegt normalerweise zwischen 10 und 20 Teilnehmern, so dass es sich gerade am Anfang anbietet, den Professor bei Unklarheiten in der Fragestellung eines Assignments oder anderen Problemen direkt zu fragen. Termine oder offizielle Sprechzeiten benötigt man dazu in aller Regel nicht und die Professoren sind sehr hilfsbereit. Meine Kurse bestanden alle aus 3 Zeitstunden Vorlesung pro Woche, wobei Security im Block und die anderen beiden Fächer in jeweils drei Einzelveranstaltungen über die Woche verteilt gehalten wurden. Andere angebotene Vorlesungen enthielten auch Labor-Arbeit oder Übungen. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass es in direkter Nachbarschaft zu der Uni auch noch die AUT (Auckland University of Technology) gibt. Sie ist sehr viel kleiner als die Uni und zum Lehrangebot kann ich leider nichts sagen.
Fazit
Dieser Satz steht wohl am Ende fast jedes Auslandssemester-Berichts, aber ich kann wirklich jedem nur empfehlen, ein Semester in Auckland bzw. Neuseeland generell zu studieren! Ich wäre gerne noch ein zweites geblieben! Die Leute sind nett und offen, die Uni gut, die Kurse interessant und das Land selbst ist einfach unglaublich schön!! Zusätzlich wird man sicherer in Englisch, lernt viele neue interessante Leute aus aller Welt kennen und macht eine Erfahrung fürs Leben. Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung, meine Emailadresse und Telefonnummer sind über das Institut Ranke-Heinemann bzw. das Forum auf der Webseite zu erfahren.
Dieser Bericht steht auch als PDF Datei zur Verfügung.
Ehemalige und derzeitige Studierende treffen sich im 4A Club.
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